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Funktionale Vernetzung im Unternehmen erfolgt über ein MES

| Autor/ Redakteur: Jürgen Kletti / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Ein Blick auf die heutige Fertigungsindustrie zeigt, dass Manufacturing-Execution-Systeme (MES) nach wie vor von zentraler Bedeutung sind. Insellösungen für Betriebsdatenerfassung, computer aided quality assurance oder Rückverfolgung werden diesen Anforderungen definitiv nicht mehr gerecht. Zur Realisierung des „digitalen Fadens“ braucht es ein integriertes und interoperables System.

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Funktionale Vernetzung führt zu mehr Effizienz in der Produktion.
Funktionale Vernetzung führt zu mehr Effizienz in der Produktion.
(Bild: MPDV)

Beim Digital Thread geht es um die Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen IT-Systemen zum Zweck der Anreicherung von Informationen – also die Erweiterung des Horizonts über das MES hinaus. Auf dieser Basis können Erkenntnisse zur Optimierung des Fertigungsprozesses gewonnen beziehungsweise generelle Anforderungen (Traceability) besser erfüllt werden. Die Daten stammen aus verschiedenen Punkten der Wertschöpfung oder daran indirekt beteiligten Systemen (Logistik, Gebäudemanagement). Daher spricht man hier auch vom Digital Thread, der sich wie ein Faden quasi virtuell durch die gesamte Fertigungslandschaft zieht und wichtige Informationen aus unterschiedlichen IT-Systemen zusammenführt.

Stufe 4 der Smart Factory ist die funktional vernetzte Fabrik

Die funktionale Vernetzung im Sinne des Digital Thread entspricht der vierten Stufe im Vierstufenmodell Smart Factory. Mit Stufe 1 soll die komplette Fertigungslandschaft transparent gemacht werden, damit in Stufe 2 die Reaktionsfähigkeit sichergestellt und verbessert werden kann. Die dritte Stufe sieht darauf basierend die Einrichtung von Regelkreisen und selbstregelnden Mechanismen vor. Dabei soll die Rolle des Menschen in der Fabrik keineswegs ersetzt, wohl aber heutigen Bedingungen angepasst werden. Letztendlich sorgen alle drei Stufen dafür, dass Stufe 4 erfolgreich umsetzbar ist. Allerdings führt die funktionale Vernetzung gleichzeitig zu einer ganz neuen Komplexität – sowohl technisch als auch organisatorisch. Umso wichtiger ist es, dass sowohl die Fertigungsmitarbeiter als auch das Management die Eckpfeiler der Smart Factory, Transparenz und Reaktionsfähigkeit, verstehen und auch leben. Denn nur so ist sichergestellt, dass mit der funktionalen Vernetzung neue Möglichkeiten zur Optimierung oder sogar neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen und nicht ein heilloses Chaos.

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Vernetzung von Produktion und Logistik

Damit die funktionale Vernetzung auch zu den angestrebten Optimierungen führt, sollten zunächst die Anforderungen geklärt, die dafür notwendige Struktur definiert und anschließend gezielt ausgewählte Schnittstellen implementiert werden. Die folgenden Beispiele von funktionaler Vernetzung stellen eine Auswahl dar, die je nach Größe und Branche eines Fertigungsunternehmen von unterschiedlicher Relevanz sein können.

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