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ABB

Geänderte Anforderungen an die Maschinensicherheit

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Spätere Änderungen sind unberücksichtigt

Spezifische „Typ-C“-Normen stoßen laut Steiger an ihre Grenzen: „Bei maschinenspezifischen Normen wird es schwierig, wechselnde oder während der Entwicklungsphase noch unbestimmte Konstellationen abzudecken.“ Doch genau das sei für den Maschinenbauer wichtig, betont Franz: „Wir fertigen unsere Maschinen in Baureihen. Für die jeweiligen Kunden werden dann Optionen an den einzelnen Anlagen ergänzt. Das hat auch Auswirkungen auf die Sicherheitstechnik, denn sie muss eventuell entsprechend neu konfiguriert werden.“

Außerdem, so ergänzt Franz, müssten die Druckmaschinen unter Umständen auch aus der Ferne „upgedatet“ werden, also neue Projekte hochgeladen oder die Sicherheitsfunktionen aktualisiert werden. „Wir diskutieren dazu gewisse Ansätze: Zum Beispiel könnten wir eine Sicherheitssteuerung über eine VPN-Verbindung neu laden. Ein Inbetriebnehmer vor Ort könnte dann explizit noch einen Zustimmschalter im Schaltschrank drücken, um die upgedatete Steuerung scharfzuschalten.“

Wirkungsvoller Schutz vor Hackern

So ließe sich nicht nur sicherstellen, dass das richtige Projekt am richtigen Ort aufgespielt werde, sondern man hätte auch einen wirkungsvollen Schutz, falls jemand sich in die VPN-Leitung gehackt hätte. Eine Maßnahme, die auch ABB-Fachmann Glöckler sinnvoll findet: „Es sind immer wieder die gleichen Motivatoren, die unsere Kunden und damit auch uns vorantreiben, nämlich Flexibilität, Effizienz und Time to Market.“ Nur so könnten Use Cases wie Condition Monitoring, Traceability, Parameterization, Recipe Changes, Format Changes, Predictive Maintenance und damit auch Preventive Maintenance bedient werden. Genau das seien die Use Cases im Sinne von Industrie 4.0. Und ohne sinnhafte Use Cases werde die technische Evolution nur schleppend voranschreiten.

Man dürfe sich jedoch nicht nur über das Können Gedanken machen, sondern man müsse auch über das Dürfen nachdenken. Die Sicherheits-SPS Pluto von ABB verfüge zwar bereits über ein Optionshandling, bei dem benötigte Optionen an- oder abgewählt werden können. Doch stelle sich die Frage, wer das darf und kann. Frank Jablonski, Chefredakteur des bei Vogel Business Media erscheinenden Fachmagazins MM MaschinenMarkt in Würzburg, sieht dafür aber Lösungen, die bereits in anderen Industriebereichen praktiziert werden: „In der Pharmaindustrie ist es zum Beispiel gang und gäbe, dass strenge Zugangskontrollen durchgeführt werden und Änderungen an den Anlagen nur nach einer Authentifizierung möglich sind. Diese Systematiken existieren also bereits.“

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