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Er vergleicht eine derartige Lösung mit den Ampelsystemen im Autoverkehr. „Erkennt ein derartiges System, dass im größeren Umfeld einer Maschine nichts ist, was zu einer Gefährdung führen könnte, würde das Signal aus der Sicherheitstechnik an die Anlage lauten: Fahr mit Vollgas, es gibt im Umfeld nichts, was eine Einschränkung der Leistung erfordert, weil ein sicherer Abbremsweg immer gewährleistet werden kann.“
Zu viele unterschiedliche Bussysteme
Intelligenz ist das eine, Kommunikation das andere. Und dort hapere es bei sicherheitsgerichteten Bauteilen noch, meint Sebastian Franz: „Bisher haben wir diese Komponenten nur an die Ausgänge der SPS angeschlossen – es findet also keine Kommunikation statt. Doch genau das brauchen wir, zum Beispiel, um die Seriennummern der Komponenten auslesen zu können.“ Das wäre unter anderem hilfreich, wenn der Komponentenhersteller eine Rückrufaktion für ein fehlerhaftes Sicherheitsbauteil veranlasst. „Doch jeder Hersteller bietet ein anderes Bussystem an.“
Franz möchte bei der Planung seiner Druckmaschinen aber eine größtmögliche Freiheit bei der Wahl der Komponenten haben und sich dabei nicht durch ein Bussystem einschränken lassen. „Wir brauchen ein herstellerübergreifendes Safety-Bussystem, mit dem sich Sicherheitsdaten einfach austauschen lassen.“ ABB hat bei seinem Sicherheitssensor vom Typ Eden diesen Wunsch schon ein Stück weit berücksichtigt, wie Glöckler erklärt: „Wir setzen dabei auf den OSSD-Standard. Damit kann jede beliebige Auswerteeinheit an den Sensor angebunden werden.“
Das sei zwar noch nicht der ganz große Schritt hin zu offenen Systemen, wie Franz sie sich wünscht. Aber Wolbert gibt ihm Hoffnung: „Ich denke schon, dass wir mittelfristig ein einheitliches Bussystem für die Sicherheitstechnik haben werden.“ Einen Zeitraum nennt er allerdings nicht. Aber er verweist auf die Bahn- und Automobilbranche, die es auch geschafft habe, einen vereinheitlichten Standard mit Safety-Features für ihre Branche definiert zu haben.
Wissenstransfer gefragt
Außer den technischen Fragen sind für Franz aber auch die Konfigurationen von Sicherheitssystemen ein wichtiges Thema: „Wie pflege ich Änderungen ein? Wie muss ich dokumentieren? Ist alles noch normenkonform? Da erwarten wir von den Steuerungsherstellern auch ein Stück weit Unterstützung.“
Und diese bekämen die Anwender in Zukunft auch, meint Glöckler: „Das sehe ich als Teil der Engineering-Unterstützung für unsere Kunden. Schon heute bieten wir entsprechende Fachseminare an und auch unsere Veranstaltung Maschinenbauinfo oder unser Newsletter hat die Maschinensicherheit immer wieder zum Thema.“
Steiger mahnt allerdings, dass der Maschinenhersteller die Konfiguration der Sicherheitssysteme nicht an den Komponentenhersteller auslagern dürfe: „Nur der Maschinenhersteller hat das Know-how, was sein Produkt beim Endkunden leisten soll.“ Wobei ihn Franz dabei ausdrücklich bestätigt: „Die funktionalen Aspekte müssen natürlich von uns kommen. Nur wir wissen, was zu tun ist, wenn ein Schutz aufgeht …“
Ein weiteres Round Table zum Thema Datensicherheit und Industrie 4.0 finden Sie hier.
* Olaf Meier ist Fachjournalist in 41236 Mönchengladbach
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