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Glöckler ergänzt: „Fakt ist, dass es derzeit keine harmonisierte Norm nach Maschinenrichtlinie gibt, die einen Security Level beschreibt. Der Arbeitskreis IEC/TC 44 ist jedoch dabei, eine entsprechende technische Spezifikation zu erarbeiten, darin sollen dann ergänzend zu der IEC 62061 und ISO 13849 zum Thema Security mehr Informationen enthalten sein. Die Arbeit dazu wurde aber erst begonnen.“
Mehr Produktivität mit Sicherheitstechnik
Allerdings betont Wolbert, dass funktionale Sicherheit nicht nur realisiert werden solle, um eine Norm zu erfüllen. „Dass es dabei immer um den Menschen geht, wird leider oftmals vergessen. Es wird nur noch die Norm befriedigt und nicht mit einem wachen Auge geschaut, was tatsächlich nötig ist.“ Franz sieht denn auch eine ganze Reihe von Vorteilen, die neben der Einhaltung von Standards dafür sprechen würden, moderne Lösungen zur Maschinensicherheit in Maschinen zu integrieren: „Mit der fertig konfigurierten Sicherheitstechnik, die wir heute von Herstellern wie ABB bekommen, sind wir wesentlich schneller bei der Realisierung von nötigen Sicherheitsfunktionen. Zudem können wir auf die fertige Dokumentationsvorbereitung der Hersteller zurückgreifen und erreichen so einfacher eine Abnahme der Maschine. Auch die Betriebssicherheit erhöht sich durch den Einsatz von Standardbauteilen, mit denen wir auch schneller bei der Inbetriebnahme sind.“
Glöckler sieht grundsätzlich ein deutliches Potenzial zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit einer Anlage: „Jeder durch die Sicherheitstechnik verhinderte Unfall vermeidet Maschinenstillstände und damit Produktionsausfälle.“ Zumal moderne Steuerungen mehr könnten, als eine Anlage einfach nur bei einem erkannten Fehler in den sicheren Zustand zu fahren, wie SPS-Experte Wangelis Porikis erklärt: „Unsere integrierte Sicherheitssteuerung AC500-S bietet zum Beispiel eine Funktion, mit der sich ein temporärer Kommunikationsfehler oder ein temporärer Sensorausfall überbrücken lässt, bevor die Steuerung die Maschine herunterfährt. Dabei wird die Sicherheitsintegrität der Maschine natürlich nicht verletzt.“ Das könnte zum Beispiel bei einem sicherheitsrelevanten Sensor interessant sein: Komme dort eine Kommunikationsverbindung zur Sicherheitssteuerung nicht zustande, löse die Steuerung bei der entsprechend umgesetzten Funktion nicht sofort die Sicherheitsfunktion aus, sondern warte erst eine vordefinierte Zeit, die für die sichere Reaktion berücksichtigt werden müsse.
Erst wenn auch nach Ablauf dieser Zeit keine Verbindung aufgebaut werden könne, werde die Maschine in den sicheren Zustand heruntergefahren. „So werden unnötige Stillstände vermieden und die Produktivität steigt“, meint Porikis. Einen weiteren Schritt hin zu mehr Produktivität trotz – oder besser mit – Sicherheitstechnik sieht Porikis in einer sicherheitsgerichteten Positionserkennung von mobilen Maschinen mit intelligenter Sensorik: „Das können zum Beispiel sicherheitsgerichtete optische Kameras sein, die die Position von Fahrzeugen und Menschen erkennen, um eine zentrale sichere Koordination und Reaktion für mobile Plattformen in der Fabrik zu ermöglichen.“
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