Energieeffizienz

Gebäudeautomation ermöglicht hohe Energieeinsparungen

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Zwar könnten sich auch die Nutzer selbst Mühe geben, Energie im Gebäude zu sparen und beispielsweise selbst das Licht ausschalten oder die Heizung herunterdrehen, wenn sie ein Fenster öffnen. Doch lässt sich damit nach Ansicht aller Befragten nicht so viel Energie einsparen wie durch Gebäudeautomation. „Durch das richtige Verhalten der Gebäudenutzer können zwischen 30 und 50% der Energie eingespart werden. Dieses Potenzial kann jedoch nicht voll ausgeschöpft werden, da die Verantwortlichen für die Gebäudeautomation in der Regel keinen Einfluss auf das Verhalten der Nutzer haben“, erläutert Jäger das Dilemma.

„Wer in einem Büro arbeitet, hat in der Regel andere Prioritäten als Energie zu sparen“, bringt es Symanczik auf den Punkt. Brickmann schätzt, dass deshalb der Energieverbrauch bei positivem Nutzerverhalten immer noch um 10 bis 15% höher ist als bei einem Bau mit Gebäudeautomation. Spelsberg erklärt es auch damit, dass die Nutzer keine direkten Folgen ihres Verhaltens spüren.

Gebäudeautomation rechnet sich auch bei bestehenden Bauten

Dabei ist Gebäudeautomation auch bei bestehenden Bauten möglich. „Alle Gebäudeautomatisierungs-Installationen rechnen sich sowohl bei Bestandsgebäuden als auch bei Neubauten, da häufig viele Funktionen in Technikschwerpunkten wie Zentralen konzentriert sind“, sagt Brickmann. „Gebäude können sogar im laufenden Betrieb ohne Eingriffe in die Bausubstanz mit Gebäudeautomation nachgerüstet werden. Dazu bieten sich zum Beispiel Systeme an, die über Funk kommunizieren“, erläutert Symanczik. Allerdings ist der Nachrüstaufwand nach Auffassung von Brickmann zum Beispiel für eine hocheffiziente digitale Einzelraumregelung deutlich teurer als bei einem Neubau.

„Bei der Nachrüstung von Bestandsbauten lohnt es sich, in den drei Bereichen Heizung, Lüftung und Elektro zu investieren“, erläutert Jäger. Bei der Heizungsanlage rentiere sich in jedem Fall der hydraulische Abgleich. Gleichzeitig sollten die Pumpe sowie die Ein- und Ausschaltfunktion der Heizung verbessert werden. Die Systemtemperaturen sollten so niedrig wie möglich gehalten werden und eine regelmäßige Wartung trage ebenfalls zu mehr Effizienz bei.

Gebäudeelektrik bietet zahlreiche Möglichkeiten für mehr Energieeffizienz durch Automation

„Bei der Lüftungsanlage ist es genauso wichtig wie bei der Heizung, die Ein- und Ausschaltfunktion zu verbessern“, sagt Jäger weiter. Die Regelung der Lüftung sollte so eingestellt sein, dass immer nur soviel Luft wie nötig transportiert wird.

Im Bereich Elektro gebe es unzählige Maßnahmen, die zu einer Effizienzsteigerung führten, zum Beispiel effiziente Beleuchtung, automatische Belegungserfassung mit Präsenzmeldern, Schaltprogramme für Beleuchtung oder stufenlose Anpassung der Beleuchtung an das Tageslicht.

Gebäudeautomation ganzheitlich angehen

Auf jeden Fall ist es wichtig, die Gebäudeautomation als Ganzes anzugehen. „DIN EN 15232 zeigt eindeutig, dass die integrierte Regelung aller wesentlichen Energieverbraucher der Schlüssel für Energieeffizienz ist“, sagt Spelsberg. Das bedeute im Umkehrschluss, dass Insellösungen trotz in Summe höherer Investitionskosten weit hinter den Einsparpotenzialen einer integrierten Raum- und Gebäudeautomation zurückbleiben.

„Das zusätzliche Einsparpotenzial eines hochintegrierten Gebäudes gegenüber einem Gebäude mit einfacher Gebäudeautomation beträgt bei Büros rund 30%“, präzisiert Symanczik. „Da es sich um eine automatische Funktion handelt, entstehen weder ein erhöhter Installations- noch ein größerer Wartungs- oder Betriebsaufwand“, ergänzt Jäger.

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