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Gebrauchte Werkzeugmaschinen

Gebrauchtmaschinen-Profi Hans Jürgen Geiger wird 65 Jahre alt

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MM: Sie engagieren seit Jahren in der Verbandsarbeit, waren Präsident und sind heute Ehrenpräsident des EAMTM. Wenn Sie Ihre Verbandstätigkeit Revue passieren lassen: Worauf sind Sie besonders stolz?

Geiger: Nun, da ist in den letzten Jahren viel geschehen und auch viel getan worden. Das ist natürlich nicht allein der Verdienst des Präsidenten, denn ein Verbandspräsident braucht immer die Unterstützung der Mitglieder. Man tut sich als Gebrauchtmaschinenhändler einfach leichter, wenn man Kollegen im Ausland hat, sei es in Italien oder Frankreich, die man anrufen und in geschäftlichen Angelegenheiten um Rat fragen kann. Schließlich sind die Grenzen weiter geworden und Europa größer. Eine die Mitgliedschaft in einem internationalen Brachenverband wie dem EAMTM ist da von unschätzbarem Wert. So sind in den verangenen Jahren neue Mitglieder aus Tschechien, Polen, der Ukraine, Russland, USA, Japan und Türkei hinzu gekommen – nicht zuletzt dank entsprechender Veranstaltungen und Stände des Verbandes auf den wichtigen Messen.

MM: Zum Geburtstag hat man ja einen Wunsch frei. Was würden Sie sich aus Unternehmersicht und/oder als Verbandsmann von der Politik wünschen?

Geiger: Wünschen würde ich mit eine wirkliche Unterstützung des Mittelstandes beziehungsweise der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland – und zwar in allen Belangen. So leiden wir unter Auflagen, die manchmal gar nicht mehr nachvollziehbar sind. Ob es sich um Ausfuhrgenehmigungen handelt, um die zollamtliche Beschau unserer Maschinen, die Änderungen bei den Abschreibungen oder um steuerliche Fragen – es wird einfach alles auf uns abgewälzt und zu unseren Lasten ausgelegt. Alles zusammen wirkt wie eine Steuererhöhung, auch wenn die Politiker immer davon reden, dass die Unternehmensteuern gesenkt und der Mittelstand entlastet werden müsse.

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MM: Herr Geiger, die Branchenleitmesse Resale im Frühjahr dieses Jahres ist sehr gut gelaufen. Wie ist die aktuelle Stimmung im deutschen Gebrauchtmaschinenhandel?

Geiger: Ich glaube, die Stimmung ist gut, aber keineswegs so euphorisch, wie das in den Medien dargestellt wird. Sicher ist es schöner, als wenn man in der Zeitung lesen würde, dem deutschen Maschinenbau geht es schlecht. Dennoch gibt es etwas, das uns besonders schmerzt, nämlich der hohe Kurs des Euro. Hersteller oder Händler aus Nicht-Euro-Ländern können zu niedrigeren Preisen in fast gleicher Qualität anbieten. Sicher sind technisch und qualitativ deutsche oder Schweizer Maschinen immer noch sehr gut, weshalb wir ja ausschließlich solche Maschinen verkaufen. Trotzdem tut es uns weh, wenn wir sehen, welche Beachtung Maschinen aus Ländern wie China auch beim westlichen Käufer finden – egal, ob es sich um illegale Nachbauten oder um Lizenzprodukte handelt. Wir waren in diesem Jahr auf der Simtos in Korea. Mindestens die Hälfte der Besucher dieser Messe waren Europäer, die dort nach Alternativen suchten.

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