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Gebrauchte Werkzeugmaschinen

Gebrauchtmaschinen-Profi Hans Jürgen Geiger wird 65 Jahre alt

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MM: Die Auftragsbücher der Hersteller sind voll. Es gibt es zurzeit erhebliche Lieferfristen. Können Sie als Gebrauchtmaschinenhändler davon profitieren?

Geiger: Ich denke, die Chancen werden gut genutzt. Wir und unsere Branchenkollegen sind heute gut aufgestellt. Wir haben gute und qualifizierte Gebrauchtmaschinen auf Lager. Jeder seriöse Händler führt jede Maschine vor und leistet auch eine gewisse Garantie, indem er die Maschinen falls nötig repariert oder im Falle eines Falles Falle gar zurücknimmt. Ein gewisses Qualitätsniveau bei den Maschinen muss heute gegeben sein, sonst machen Sie kein Geschäft. Eine Maschine Baujahr 1950 können Sie heute nicht mehr verkaufen. Da hat sich in den vergangen Jahren viel zum Positiven gewendet.

MM: Haben da die Statuten der Verbände, die ja den Qualitätsaspekt sehr stark betonen, dazu etwas beigetragen?

Geiger: Auf jeden Fall. Die Verbände in Europa oder in Deutschland nehmen nicht jeden Händler als Mitglied auf. Wer beispielweise Mitglied im FDM, dem deutschen Händlerverband, oder im EAMTM werden will, braucht zwei Sponsoren oder zwei Personen, die ihn empfehlen. Er muss über ein eigenes Lager verfügen und natürlich einen guten Leumund haben. Ansonsten würde er nicht aufgenommen oder – ab und zu kommt das sogar vor – wieder aus dem Verband hinauskomplimentiert.

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MM: Wo sehen sie aktuell die interessantesten Auslandsmärkte für gebrauchte Werkzeugmaschinen?

Geiger: Nach wie vor in Asien und in zweiter Linie in Osteuropa. Polen, Tschechien, Ukraine, Russland – das sind die Märkte mit Potenzial. Dort schätzt man bei Gebrauchtmaschinen das „Made in Germany“.

MM: Den hohen Eurokurs haben Sie bereits angesprochen. Nun hat die EZB den Leitzins erhöht, was den Euro weiter nach oben treiben könnte. Was bedeutet dies für den Gebrauchtmaschinenexport?

Geiger: Der Euro ist ganz klar zu hoch bewertet – aus welchen Gründen auch immer. Das hemmt unser Geschäft. Allerdings ist der teuere Euro nicht die einzige Problem. Das internatonale Treiben auf Messen wie der AMB, der Metav oder der Resale erweckt zwar den Anschein, dass die ganze Welt bei uns kaufen und verkaufen möchte. Doch wenn wir dann auf diesen Märkten als Gebrauchtmaschinenhändler aktiv werden wollen, werden uns plötzlich Handelshemmnisse in den Weg gelegt. Das reicht von Zollschranken über Importlizenzen bis hin zur notariellen Beglaubigung des Wertes einer Maschine. Sinn der Sache ist offensichtlich, dass der Kunde in diesen Ländern keine gebrauchte Maschine kauft und schon gar keine ausländische. Da sollten unsere Politiker aktiver werden und darauf hinwirken, dass Länder, für die wie unseren Markt geöffnet haben, ihren Markt auch für Maschinen aus Deutschland vorbehaltlos öffnen – seien diese nun neu oder gebraucht.

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