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Gebrauchte Werkzeugmaschinen

Gebrauchtmaschinen-Profi Hans Jürgen Geiger wird 65 Jahre alt

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MM: China drängt mit billigen Neumaschinen auf den Weltmarkt. Stellt das für den Gebrauchtmaschinenhandel auf Sicht nicht eine erhebliche Gefahr dar?

Geiger: Prinzipiell sehe ich da schon eine gewisse Gefahr. Schließlich lernen die Chinesen sehr schnell. Was früher eine Generation gedauert hat, das dauert heute vielleicht ein, zwei, oder drei Jahre. Ältere Maschinenreihen – zum Beispiel aus Lizenzproduktionen – werden in China zügig weiterentwickelt und mit moderner CNC-Technik aus dm Westen ausgestattet. Die chinesische Billigmaschine kommt, wenn es der Kunde wünscht, heute mit einer Fanuc-, Heidenhain- oder Siemens-Steuerung. Das war früher undenkbar und hätte auch technisch nie funktioniert. Und wenn Sie dann in als Käufer einer chinesischen Billigmaschine in zehn Jahren zu dem Händler kommen, bei dem sie Maschine gekauft haben und sagen: „Sie ist kaputt, überholen Sie mir die“. Dann wird er Ihnen antworten: „Schmeiß das Ding doch einfach weg und kauf Dir eine Neue“. Noch einmal zurück zur Simtos, der koreanischen Werkzeugmaschinenmesse. Da stehen Maschinen – auch europäische Fabrikate –, die werden in China gebaut, nach Korea oder in andere asiatische Länder verkauft, einzig und allein über dem Preis. Setzt sich dieser Trend fort, wird es für Anbieter hochwertigen Gebrauchtmaschinen nicht leichter, hier mitzuhalten.

MM: Das Ifo-Institut rechnet zum Jahresende hin und für 2009 mit einer Abschwächung bei den Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland. Ist im Gebrauchtmaschinenhandel davon schon etwas zu spüren?

Geiger: Nein, davon merken wir ist derzeit noch nichts. Richtig Sorge macht uns, ich erwähnte es schon, der starke Euro. Auf vielen Märkten kommen wir nur noch über Preisnachlässe ins Geschäft, was natürlich an der Marge kratzt. Ganz ehrlich, sie fehlen uns schon ein bisschen die Inder, Chinesen und Koreaner. Wenn wir früher am Tag manchmal fünf Interessenten aus diesen Ländern hatten, so ist es heute nur noch einer. Inder oder Koreaner müssen, damit sie unsere Maschinen in Euro bezahlen können, mindestens zehn Prozent in Dollar mehr mit diesen Maschinen verdienen als früher. Das tut weh und macht uns für diese Kunden leider weniger interessant.

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