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Technische Meisterleistungen: Die spektakulärsten Bergbahnen der Schweiz

Von Anne Richter 4 min Lesedauer

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Egal wie hoch, wie steil und wie alt – Bergbahnen sind in der Schweiz weit mehr als nur Transportmittel für Touristen. Sie sind auch Schaufenster technologischer Exzellenz und eine Visitenkarte für den Technologiestandort Schweiz. Der Artikel gibt einen Überblick über die technologischen Schweizer Meisterleistungen.

Die Standseilbahn Schwyz-Stoos auf der Bahnstrecke. Die fassförmigen Kabinen mit automatischen Niveauregulierung ermöglichen, dass die Fahrgäste stets auf einer waagrechten Fläche stehen, während sich die Bahn fast senkrecht die Wand hochschiebt.(Bild:  Stoosbahnen AG, Luca Küng)
Die Standseilbahn Schwyz-Stoos auf der Bahnstrecke. Die fassförmigen Kabinen mit automatischen Niveauregulierung ermöglichen, dass die Fahrgäste stets auf einer waagrechten Fläche stehen, während sich die Bahn fast senkrecht die Wand hochschiebt.
(Bild: Stoosbahnen AG, Luca Küng)

Wo andere Länder vor schroffen Felswänden und schwindelerregenden Steigungen kapitulierten, sahen Schweizer Ingenieure stets eine Herausforderung. Heute verfügt die Schweiz über das dichteste und spektakulärste Bergbahnnetz der Welt. Natürlich sind die Bergbahnen ein wichtiger Stützpfeiler für den Tourismus in der Schweiz. Aber sie sind noch viel mehr. Viele Bergbahnen sind Teil des öffentlichen Verkehrs und in den nationalen Tarifverbund integriert. Sie dienen zur Anbindung von Bergdörfern, denn viele Orte sind autofrei und nur per Seilbahn erreichbar. Die Bahn übernimmt hier die Funktion, die im Flachland die Strasse hat – inklusive Gütertransport. Ausserdem sind Bergbahnen in den oft strukturschwachen Bergregionen einer der grössten Arbeitgeber. Auserdem hat es einen demokratischen Aspekt: erst durch die Bahnen wurde die majestätische Bergwelt für die breite Bevölkerung zugänglich und nicht nur für Alpinisten.

Die Älteste: erste Zahnradbahn Europas auf die Rigi

Vor über 150 Jahren beginnt die Geschichte der Schweizer Bergbahnen mit dem Bau der ersten Bergbahn auf die Rigi. Genau am 21. Mai 1871 wurde die Vitznau-Rigi-Bahn eröffnet. Sie war die erste Zahnradbahn Europas und nach der Mount Washington Cog Railway die zweite weltweit. Der Ingenieur Niklaus Riggenbach erfand hierfür die Leiterzahnstange. Dabei greift ein Zahnrad unter der Lokomotive in eine stählerne Leiter zwischen den Schienen. Dies ermöglichte es erstmals, Steigungen sicher zu überwinden, an denen glatte Räder auf glatten Schienen hoffnungslos durchdrehen würden. Riggenbach gründete später die Maschinenfabrik Aarau. Heute wird das Erbe der Rigi durch moderne Triebwagen von Stadler Rail weitergeführt, doch die historische Infrastruktur bleibt ein Denkmal Schweizer Pioniergeistes. Die Rigi-Bahn war der Startschuss für den gesamten alpinen Tourismusboom.