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Globaler Energieverbrauch dürfte bis 2030 weiter wachsen

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Am schnellsten wächst die Stromerzeugung bis 2030. Dabei werden erneuerbare Energien, die Kernkraft sowie Wasserkraft mehr als 50 % des Wachstums in der Stromerzeugung abdecken. Der BP-Bericht geht ferner davon aus, dass in China die Wachstumsraten beim Energieverbrauch nach 2020 mit der Stabilisierung der Konjunktur entscheidend geringer ausfallen. Indien wird trotz erheblichen Wachstums wohl nicht den energieintensiven Weg Chinas beschreiten.

Der globale CO2-Ausstoß soll als Konsequenz dieser Entwicklung um ungefähr 28 % steigen. Hier erwartet die BP-Studie nur bei aggressiven umweltpolitischen Maßnahmen eine Änderung.

BP setzt auf freien Markt gegen Verknappung und Klimawandel

BP Chief Executive Bob Dudley glaubt, dass der freie Markt Herausforderungen wie die Verknappung fossiler Ressourcen und den Klimawandel meistern kann: „Die wichtigste Botschaft ist, dass wir einen offenen und von Wettbewerb geprägten Energiemarkt benötigen, der uns zu Innovationen anhält und der somit auf eine Maximierung der Energieeffizienz ausgelegt ist; dann können wir auf lange Sicht auf eine ausreichende, sichere und nachhaltige Energieversorgung vertrauen.“

Dies widerspricht der akademischen Formulierung von Sir Nicholas Stern aus dem Jahre 2006: „Der Klimawandel ist das größte und weitestreichende Marktversagen, das es je gegeben hat.“ Der im Herbst 2006 vorgestellte Stern-Report ist die prominenteste Studie über die volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels. Er wurde von der britischen Regierung in Auftrag gegeben, um die ökonomischen Folgen der globalen Klimaänderung zu untersuchen und die Kosten für ihre Verminderung abzuschätzen. Der Autor, Sir Nicholas Stern, ist der ehemalige Chefökonom der Weltbank.

Energiepolitik will Abhängigkeiten vermeiden

Dr. Hans-Jochen Luhmann, ein Experte für Energie und Klima des Wuppertal-Instituts, sieht den BP-Bericht kritisch. Er weist darauf hin, dass es inzwischen zur Minderung der CO2-Emissionen eine völkerrechtliche Beschlusslage auf UN-Ebene gebe, die also einen Konsens der Staatengemeinschaft spiegle. Der BP-Bericht setze voraus, dass diesem politischen Konsens zur CO2-Minderung nicht gefolgt werde.

Auch unabhängig von den Klimazielen würden politischerseits Ziele verfolgt. So habe die EU das Ziel, nicht so stark in die Energieabhängigkeit zu geraten, wie BP unterstellt. Die Unterstellung, dass China bereit sei, in eine so massive Energieabhängigkeit hineinzugehen, wie der Bericht ausweist, hält er für geopolitisch unrealistisch. Der Grund für all diese Unterstellungen politischen Scheiterns im BP-Bericht ist nach seiner Vermutung die Meinung, dass die erneuerbaren Energien auch in dem avisierten Untersuchungszeitraum noch teurer sein werden als die fossilen Primärenergieträger und dass die Politik das akzeptiere. Dafür sieht er keinen guten Grund.

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