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Globaler Energieverbrauch dürfte bis 2030 weiter wachsen

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Ferner bezweifelt Luhmann, dass die benötigte Menge Öl vorhanden ist. Er kommentiert: „Man kann alles behaupten – jedoch der Beleg der Behauptung fehlt. Wie die Deckung im Bereich der Kohlenwasserstoffe vorzustellen sei, dazu sagt BP nichts.“ Luhmanns Gesamteinschätzung: „Da macht ein Interessent die Aussage, dass sein Geschäftsmodell nicht betroffen sei. Das ist wenig überraschend.“ Eine Aussage von BP, dass sein klassisches Geschäftsmodell zu Ende gehe, wäre eine Überraschung.

Energiehunger in China und Indien wächst stark

Anders die Einschätzung von Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner von der Ruhr-Universität Bochum: „Ich finde, es ist mutig in der jetzigen Zeit, wo so vieles sich verändert, noch einen Energy Outlook zu produzieren.“ Für ihn zeichnet sich diese Art der Bewertung durch einen großen Realismus aus. Der Hochschullehrer sagt, dass der Energiekonzern nicht versucht, Szenarien mit einem möglichst großen Anteil von erneuerbaren Energien oder Erdöl auszurechnen, sondern seine Erwartungen möglichst realistisch unterbreitet. Auch umgekehrt machen die Szenarien laut Wagner nicht den Fehler, die Einsparpotenziale zu übersehen.

Wagner ist überzeugt, dass die Inder und Chinesen bis 2030 ein großes Wachstum beim Energieverbrauch haben, und wünscht es ihnen auch, weil es mit dem Lebensstandard verbunden ist.

Manche meinen, so Wagner, man könne diese Situation durch Sparen verändern. Jedoch funktioniere realistisch betrachtet das Sparen nicht so schnell, wie wir es uns wünschten. Dabei entgegnet er auch der Bundesregierung, die den Energieverbrauch bis 2020 reduzieren will: „Da muss man auch schauen, ob die Bundesregierung wirklich in allen Fällen ganz mit realen Zahlen arbeitet. Hier ist auch der Rückgang des deutschen Energieverbrauchs betroffen.“

Fehlende Netzkapazitäten bremsen deutsche Windkraft

Hier werden seiner Ansicht nach die Herausforderungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien sichtbar. Wagner meint, dass, wenn viel Wind vorhanden ist, ein Teil der Windanlagen nicht läuft, weil die Übertragungskapazitäten in Richtung Ruhrgebiet von Norden her nicht vorhanden sind, eben weil es die Politik nicht schnell genug umgesetzt bekommt. Jetzt könne man nur hoffen, dass die Netzinitiativen in den nächsten zwei drei Jahren erfolgreich seien und die Stromleitungen schnell zur Verfügung stünden. Aber im Augenblick hängt auch die Bundesregierung hinter ihren Plänen weit zurück.

Auf die Frage nach den zu erwartenden Kohlendioxidemissionen antwortet Wagner: „Das haben wir ja in den letzten 20 Jahren erlebt: Wir haben jetzt größenordnungsmäßig 33 Mrd. t CO2, die im vergangenen Jahr weltweit in die Luft exportiert wurden. 1990 war die Zahl knapp 23 Mrd., das heißt, wir haben schon um 50 % in den letzten 20 Jahren erhöht.“ Dabei sehen die Klimatologen die drohende Erderwärmung aus ihrem Blickwinkel, indem sie meinen, man müsse die Kohlendioxidemissionen um ein Drittel reduzieren, damit man ein einigermaßen erträgliches Kohlendioxidszenario hinbekommt.

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