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Großanlagen federn Maschinenbau-Absturz ab

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Maschinenbauer in Deutschland haben in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein deutliches Minus in ihren Auftragsbüchern verzeichnet. Einziger Lichtblick waren die Bestellungen im Großanlagenbau, wie der VDMA am Montag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Großanlagen aus Deutschland waren außerhalb der Eurozone gefragt, ansonsten sahen die Auftragseingänge im Maschinenbau eher düster aus.
Großanlagen aus Deutschland waren außerhalb der Eurozone gefragt, ansonsten sahen die Auftragseingänge im Maschinenbau eher düster aus.
(Bild: SMS Siemag)

Im ersten Halbjahr 2019 verbuchten die Maschinenbauer einen Orderrückgang von real 9 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei das Minus im In- und Ausland dieselbe Höhe aufwies. „Dieser Rückgang geht auf die schwächere Weltkonjunktur, die zahlreichen meist politisch motivierten Verwerfungen und den tiefgreifenden Strukturwandel in der Automobilindustrie zurück“, erläuterte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann, „diese Unsicherheiten sind einfach Gift für das Investitionsklima.“

Im Juni 2019 verfehlte der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau sein Vorjahresniveau um real 5 %. Während die Inlandsbestellungen im Berichtsmonat um 16 % sanken, konnten die Aufträge aus dem Ausland ihr ohnehin recht hohes Vorjahresniveau halten. „Überraschend ist die Zahl der Großaufträge aus den Nicht-Euro-Ländern. Sie war im Juni 2018 schon hoch und ist nun nochmals gestiegen, so dass ein Plus bei den Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern von 2 % resultierte. Es kommt extrem selten vor, dass ein ohnehin schon hohes Vorjahresniveau bei den Großanlagen gehalten, geschweige denn ausgebaut werden kann“, sagte Wortmann. Aus dem Euro-Raum verbuchten die Maschinenbauer im Juni dagegen ein Bestellminus von 9 %.

Im Drei-Monats-Zeitraum April bis Juni 2019 zeigte sich die schwächelnde Maschinenbaukonjunktur ebenfalls deutlich, die Aufträge sanken um 8 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Inlandsbestellungen gingen um 12 % zurück, die Auslandsorders sanken um 6 %. Die Aufträge aus den Euro-Ländern schrumpften dabei um 7 %, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 5 % weniger Bestellungen.

Die Produktion in den Maschinenbauunternehmen hat sich nach Auskunft Wortmanns stark gewandelt: „Die Kapazitätsauslastung liegt aktuell bei 86,6 %, vor einem Jahr lag sie bei 91 %. Das ist für den Durchschnitt der Branche durchaus ein guter Wert, sie liegt nämlich leicht über dem langjährigen Durchschnitt von 86,2 %.“, Allerdings bereite der Auftragsmangel Sorgen, von dem 27 % der Unternehmen berichten.

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