CNC-Dreh-Fräsen

Großer Maschinenpark ermöglicht Auftragsvielfalt

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Absolute Rundheit und hohe Oberflächengüte

Das neue Bauteil verbindet als Herzstück die Sauerstoffflasche mit der Atemschutzmaske. Als Ausgangsmaterial dient ein Schmiederohling aus einer speziellen, siliziumhaltigen Aluminiumlegierung (AlSi05). „Es ist drehtechnisch sehr unangenehm, weil bei ihm extrem lange Späne entstehen“, berichtet Pooch. „Auf der Bumotec lässt es sich dagegen deutlich angenehmer mit kürzeren Spänen fräsen.“ Nicht nur zum Entfernen der Späne, auch zum Kühlen der Werkzeuge erhielt die s181 ein System, dass das Werkzeug unter Hochdruck (90 bar) mit Kühlschmierstoff versorgt. Besonders effektiv ist die innere Kühlschmiermittelzufuhr durchs Werkzeug, „die uns bei Aluminium echte Sekunden einspart und so für mehr Produktivität sorgt“, fügt der Prokurist an. Für die Genauigkeit spricht zum Beispiel die H7-Bohrung, die auf 14 µm exakt gefräst wird. „Es erstaunt schon, dass sich ein sonst gebohrtes Loch derart präzise fräsen lässt – mit absoluter Rundheit und hoher Oberflächengüte“, sagt Pooch.

Speziell entwickeltes Spannsystem für „ungenauen“ Rohling

„Die größte Herausforderung besteht in der Gratfreiheit der vielen miteinander verbundenen Kanäle“, ergänzt Michael Paulus, Product Sales Manager vom Starrag-Tech Center für Medizintechnik und Feinmechanik, Büro Oberhausen (Oberbayern). Heinrich erlaubt sich sogar den fertigungstechnischen Luxus, das Bauteil nicht nur innen, sondern auch außen komplett zu entgraten und anschließend zu eloxieren. „Das Besondere ist, dass die Maschine nicht nur Stangen-, sondern auch Einlegeteile zerspant“, erläutert Paulus. „Die Bumotec legt den Rohling automatisch ein, bearbeitet alle sechs Seiten und transportiert ihn dann automatisch weiter.“ Verschärfend kam hier hinzu, dass es sich um ein gepresstes Ausgangsteil mit sehr großen Toleranzen handelt, dass sich nicht zuletzt dank spezifisch ausgelegtem und an die Maschine angepasstem Spannsystem präzise zerspanen lässt. Paulus: „Das Spannsystem wurde bei uns speziell für dieses Bauteil und diese Maschine entwickelt und eingefahren.“

„Uns war es wichtig, dass wir wegen der Einarbeitung einen deutschsprachigen Support durch einen Branchenkenner erhalten“, ergänzt Pooch. Diese Unterstützung übernehmen Paulus und das Tech Center für Medizintechnik und Feinmechanik der Business Unit „Precision Engineering” im süddeutschen Immendingen bei Tuttlingen.:„Ich bin nun seit 28 Jahren in Sachen hochpräziser Kleinstteilbearbeitung unter anderem in der Uhren- und Medizintechnikindustrie unterwegs und kann daher Kunden aufgrund meiner langjährigen Erfahrung aus vielen Projekten mit Know-how unterstützen“, so Paulus.

Alles in allem entspricht der Schweizer Neuzugang so auf mehrfache Art und Weise dem Starrag-Claim „Engineering precisely what you value“. Besonderen Wert hatte Heinrich auf Profitabilität, Sicherheit und Wachstum gelegt. Ein Ziel haben die Berliner bereits erreicht: So arbeitet die s181 von der ersten Stunde an prozesssicher und ohne Toleranzabweichungen. „Mit dieser Prozesssicherheit können wir einen neuen Kundenkreis erobern“, sagt der Seniorchef.

Es zeichnet sich aber jetzt schon – wenige Monate nach dem Start mit der neuen Maschine – ab, dass sich auch die Ziele Profitabilität und Wachstum schnell erreichen lassen. Pooch: „Dank des Erstauftrags stehen wir in Sachen Refinanzierung der Investition in die s181 schon jetzt gut da. Und es gab bereits sehr interessierte Anfragen von Kunden, denen wir aber erklärt haben, dass wir mit weiteren Aufträgen erst ab Mitte des Jahres 2018 starten wollen.“

Doch nicht nur potenzielle Auftraggeber reagierten positiv auf die Investition. „Die Bewertungsabteilung unserer Finanzierungsgesellschaft sagte uns sinngemäß, dass wir mit der Bumotec gleich in die Championsleague eintreten“, freut sich der Geschäftsführer. „Die Maschine schnitt sehr gut beim Wiederverkaufswert und der Langlebigkeit ab.“

* Dipl.-Ing. Nikolaus Fecht ist Fachjournalist aus 45879 Gelsenkirchen. Weitere Informationen: Starrag Group Holding AG, 9404 Rorschacherberg (Schweiz), Tel. (00 41 71) 8 58 81 11, info@starrag.com

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