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Pressekonferenz Hamburger Hafen: Manche Bereiche trotzen der Krise

| Redakteur: Gary Huck

Insgesamt musste der Hamburger Hafen im ersten Quartal 2020 ein signifikantes Minus hinnehmen. Aber manche Geschäftsbereiche blieben verschont.

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Im März fielen 26 geplante Schiffsankünfte im Hamburger Hafen aus.
Im März fielen 26 geplante Schiffsankünfte im Hamburger Hafen aus.
(Bild: Hamburg Hafen Marketing)

Der Hafen Hamburg Marketing e. V. (HHM) hat am 15. Mai 2020 eine Pressekonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals des Jahres abgehalten. Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Coronakrise auch an Deutschlands größtem Universalhafen nicht spurlos vorbeigezogen ist.

Im ersten Quartal 2020 lag der Seegüterumschlag um 7,9 % unter dem Vorjahreswert. Der Containerumschlag allein brach um 6,6 % ein. Diese Entwicklung lässt sich zum Teil auch auf die gestiegene Zahl an Blank Sailings zurückführen. Als Blank Sailing bezeichnet man den Ausfall einer Schiffsabfahrt von einem Hafen. Im März war der Hafen davon vergleichsweise stark betroffen. 26 geplante Ankünfte wurden ausgesetzt. Zum Vergleich: Im Januar 2020 wurden sechs Ankünfte ausgesetzt im Februar nur eine. Dieser Trend könnte sich in den nächsten Monaten fortsetzen, allerdings rechnet Hafen Hamburg Marketing nicht mehr mit einer so hohen Zahl wie im März.

Containerverkehr mit USA nahm zu

Bei den Top-Partnerländern im seeseitigen Containerverkehr ließen sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch Veränderungen feststellen. Der Containertransport nach China brach von Januar bis März ein. Für die USA und Singapur stiegen die Zahlen in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr sogar. Axel Mattern, Vorstand von HHM, führt diese Entwicklungen zum einen auf vier neue Transatlantikdienste und zum anderen auf eine Verschiebung der Transhipmentverkehre aus dem asiatischen Raum nach Singapur zurück.

Die Hafenbahn blieb trotz Krise im ersten Quartal 2020 auf einem guten Niveau.
Die Hafenbahn blieb trotz Krise im ersten Quartal 2020 auf einem guten Niveau.
(Bild: Hamburg Port Authority)

Positives gibt es auch von den Hinterlandverbindungen des Hafens zu berichten. Dieses Segment sei von der Krise relativ unberührt geblieben „Trotz vorübergehend rückläufiger Containertransporte durch die Coronakrise konnte die Hafenbahn im ersten Quartal 2020 eine stabile Auslastung vorweisen und sogar noch das Niveau von 2018 übertreffen“, sagt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority.

Eine verlässliche Prognose für das ganze Jahr wollte man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht abgeben, dafür herrsche noch zu viel Unsicherheit. „Im zweiten Quartal sehen die Werte möglicherweise noch schlechter aus als im ersten. Im dritten Quartal könnte dann langsam eine Erholung einsetzen, sicher ist das aber nicht“, erklärt Meier.

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