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Krones / Lissmac Handhabungsgerät für effizienten Einbau von Montagerahmen

| Autor/ Redakteur: Peter Springfeld / Frauke Finus

Um das Kern-Know-how im Haus zu behalten, baut Krones in Neutraubling seine eigenen Schaltschränke für den Maschinen- und Anlagenbau. Um die vorgefertigten Schalttafeln in die bereitgestellten Schaltschränke präzise „einzufädeln“, ersetzt seit kurzem ein Lissmac-Handhabungsgerät den bisherigen Kranumschlagplatz.

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Ein Druckluftmotor schwenkt die Schalttafel um 90° nach oben.
Ein Druckluftmotor schwenkt die Schalttafel um 90° nach oben.
(Bild: Springfeld)

Die Krones AG ist ein weltweit bekannter Hersteller von Anlagen für die Abfüllung und Verpackung von Getränken und flüssigen Nahrungsmitteln mit Sitz in Neutraubling. International ausgerichtet, erwirtschaftet die Krones AG rund 90 % des Umsatzes im Ausland und ist weltweit mit 80 Vertriebs- und Serviceniederlassungen vertreten. Das innovative Unternehmen gilt als Technologie-Marktführer und verfügt über 4450 eingetragene Patente und Gebrauchsmuster. So bietet Krones beispielsweise alles für die Freunde des Biers. Das beginnt vom kompletten Sudhaus bis zur Abfüllung des Biers in Flaschen oder Dosen.

Um das Kern-Know-how im Haus zu behalten, baut Krones in Neutraubling seine eigenen Schaltschränke für den Maschinen- und Anlagenbau. Auch dort geht es um eine effiziente Montage. Deshalb suchten die Schaltschrankbauer einen kürzeren Weg, um die vorgefertigten Schalttafeln, auch Verdrahtungsrahmen genannt, in die bereitgestellten Schaltschränke mit hoher Präzision „einzufädeln“. Dazu suchten die Monteure ein Handhabungsgerät, das den bisherigen Kranumschlag ersetzt. Nach einschlägigen Recherchen bestellten die Krones-Schaltschrankbauer ein pneumatisch arbeitendes Handhabungsgerät vom Allgäuer Spezialisten Lissmac Maschinenbau GmbH in Bad Wurzach. Zum Einsetzen der Schalttafeln per Kran wurden die stehend zugeführten Schaltschränke über eine Kippvorrichtung um 90° geschwenkt, so dass die Schalttafeln in die liegenden Schaltschränke eingesetzt wurden. Dazu befestigten die Monteure die liegend zugeführten Schalttafeln an sechs Aufnahmepunkten an der Krantraverse. Nach der Befestigung der Schalttafeln richtete die Kippvorrichtung die Schaltschränke wieder auf. „Diese Schwenkprozeduren“, erläutert Stefan Danner, Gruppenleiter Vormontage, „wollten wir einsparen und zusätzlich den Platz gewinnen, auf dem die Kippvorrichtungen standen. Außerdem wollten wir, entsprechend der Montagetechnologie in der Endmontage, die Verdrahtung einheitlich in der vertikalen Position erledigen.“

Vertikaler Einbau der Schalttafeln

Die Schalttafeln wiegen maximal 180 kg, variieren in der Länge von 1030 bis 2100 mm und sind im Minimum 330 mm und im Maximum 1200 mm breit. Sie sind 500 mm hoch und werden auf einem rollenden Transportgestell liegend zu einer der vier Montagelinien geführt. Um alle vier Montagelinien zu bedienen, läuft das Lissmac-Handhabungsgerät auf einem 24 m langen Kranschienensystem, das eine Fahrweglänge von 22 m bietet. Am Boden befestigte Pfosten tragen den Stahlüberbau, auf dem zwei Längsträger als Laufschienen dienen. Die Projektierung und die Statikberechnung des Stahlüberbaus gehörten ebenfalls zur Leistung der Lissmac Maschinenbau GmbH.

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Das Posimat PB 250 genannte Handhabungsgerät ist hängend an einen Laufwagen mit pneumatischem Reibrad-Antrieb montiert. Durch das Gegengewicht bietet der Posimat eine Tragfähigkeit von 375 kg netto. Das heißt, mit dem über 100 kg schweren Greifer, der Dreheinheit sowie der Bedieneinheit mit dem Bedienkasten und dem Servobedienbügel kann der Greifer Lasten von maximal 200 kg aufnehmen und zum Ziel bewegen. „Zum Einbau des Verdrahtungsrahmens“, erläutert Simon Strohmeyer, der das Handhabungsgerät bedient, „stelle ich zunächst die Greifbacken auf die Breite des Verdrahtungsrahmens ein, und führe den Greifer exakt zu den Aufnahmestellen der Schalttafel. Je nach Größe der Schalttafel nehmen vier oder sechs Greifbacken das Umschlagsgut sicher auf . Sind die Greifbacken richtig positioniert, werden sie verriegelt. Zum Verriegeln stelle ich das Handhabungsgerät fest. Das heißt, ich aktiviere am Servobedienpult die Kniehebelbremsen der horizontalen, der vertikalen und der Drehachse.“ Sind die Greifbacken fest verriegelt, kann die Schalttafel vom Transportgestell genommen und zum Schaltschrank geführt werden. Das Heben und Senken der aufgenommenen Last erfolgt über den rechten Griff des Servobedienpults. Auf dem Weg zum Schaltschrank wird die Schalttafel um 90° vertikal nach oben geschwenkt. Diese Schwenkbewegungen erfolgt im Tippbetrieb über zwei Drucktaster, die im Servobedienpult des Posimat integriert sind. Der Antrieb für die Drehbewegungen erfolgt über einen Druckluftmotor.

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