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Bildungsstudie 2017 Höheres Bildungsniveau, höheres Einkommen

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Die ifo-Studie Bildung und Einkommen zeichnet ein eindeutiges Bild: Je höher der Bildungsgrad, desto besser das Einkommen – allerdings nimmt dieses ab einem Alter 50 Jahre wieder ab.

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Je höher der Bildungsgrad, desto höher das Lebenseinkommen. Das ist das Ergebnis der Bildungsstudie 2017.
Je höher der Bildungsgrad, desto höher das Lebenseinkommen. Das ist das Ergebnis der Bildungsstudie 2017.
(Bild: © fotobieshutterb - Fotolia.com)

Bildung kostet – neben Zeit und Engagement vor allem Geld! Dass ein höherer Abschluss auf das Lebenseinkommen bezogen durchaus rentabel ist, zeigt die Bildungsstudie 2017, die das Ifo-Institut im Auftrag von Union Investment durchgeführt hat.

Um die zentrale Frage der Studie zu klären, nämlich was ein höherer Bildungsabschluss unterm Strich bringt, hat das ifo-Zentrum für Bildungsökonomik berechnet, wie hoch die Einkommenszuwächse unter Berücksichtigung der (Ausbildungs-)Kosten verschiedener Bildungsabschlüsse über das Erwerbsleben hinweg sind. Basis der Berechnungen bilden die aktuellsten drei Erhebungen des Mikrozensus aus den Jahren 2011 bis 2013, sowie der amtlichen Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland, die jährlich vom Statistischen Bundesamt und den Statistischen Landesämtern erhoben wird. So wurde eine differenzierte Analyse ermöglicht. Berechnet wurde die durchschnittlichen Monatseinkommen, die Arbeitslosigkeit und die Lebenseinkommen von Personen unterschiedlicher Bildungsabschlüsse. Als Abschlüsse untersucht wurden die Lehre/Berufsausbildung, Abschluss als Meister oder Techniker, Studium an der Fachhochschule oder Universität sowie das Studium auf dem zweiten Bildungsweg. Das Bildungsniveau ist sowohl für das Individuum als auch für das Land von großer Bedeutung, denn nicht selten entscheidet der Bildungsgrad über die persönliche und gesellschaftliche Perspektive des Menschen. In der Studie wird zudem darauf hingewiesen, dass der Bildungsstand der Deutschen im Zuge der digitalen Revolution durchaus entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sei.

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Bildung – Grundvoraussetzung für Erfolg

Vor diesem Hintergrund ist es durchaus positiv, dass sich das Bildungsniveau in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten nach oben verschoben hat. So ist der Anteil der 18- bis 65-jährigen ohne Berufsabschluss von 1976 bis 2013 von 38 auf 16 % zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Personen mit einer Lehre beziehungsweise Berufsausbildung von 51 auf 57 % an. Sogar verdreifacht hat sich der Anteil von Hochschulabsolventen (von 6 auf 18 %). Außerdem zeigt die Studie, dass eine qualifizierte Ausbildung positive Auswirkungen auf die Chancen am Arbeitsmarkt sowie auf das Gehalt hat. Zudem gilt: Je höher der Bildungsgrad, desto geringer die Möglichkeit, in die Arbeitslosigkeit zu rutschen.

Abschreckend wirkt allerdings der hohe Zeit- und Kostenaufwand einer höheren Qualifikation. Und das, obwohl sich der Aufwand nachweisbar lohnt: Das Lebenseinkommen liegt mit einer abgeschlossenen Lehre durchschnittlich 143.000 Euro netto über dem von Menschen ohne Berufsausbildung. Im Vergleich zu einem Gesellen verdient ein Meister oder Techniker durchschnittlich 129.000 Euro netto mehr, ein Fachhochschulabsolvent 267.000 Euro und ein Universitätsabsolvent im Schnitt 387.000 Euro mehr.

Die Studienverantwortlichen stellten dem zunächst durch das Studium entgangene Einnahme den späteren höheren Einkommen gegenüber, um eine Ertragsrate auf die Investition in ein Studium zu berechnen. Diese beträgt für ein Hochschulabschluss (Fachhochschule und Universität) auf dem ersten und zweiten Bildungsweg jeweils rund 10 %.

Entscheidend ist natürlich auch, was man studiert. Ein Absolvent des Medizinstudium verdient im Durchschnitt 983.000 Euro mehr als ein Geselle, ein Hochschulabsolvent der Sozialen Arbeit im Schnitt jedoch nur 20.000 Euro mehr. Das Lebenseinkommen eines Meisters oder Technikers kann also durchaus über dem eines Hochschulabsolventen liegen.

Lohnende Studiengänge sind Human- und Zahnmedizin, Rechtswissenschaft und -pflege sowie Wirtschaftswissenschaften gefolgt von Informatik, Mathematik, Naturwissenschaften und Ingeneur- und Technikwissenschaften, Maschinenbau.

Ab 50 weniger Gehalt

Eine Überraschung und damit einhergehend eine Warnung ist in der Studie ebenfalls zu finden. Die Untersuchung zeigt nämlich, dass die durchschnittlichen Jahreseinkommen ab Anfang 50 bereits zu sinken beginnen. Überraschend ist das Ergebnis dahingehend, dass bisher von vielen Betragszahlern angenommen wurde, dass sich das Einkommen bis kurz vor der Rente auf mindestens dem gleichen Niveau wie mit 50 Jahren bewegt. Daher lasse sich die lineare Annahme, von der auch die Rentenversicherung in ihren Bescheiden ausgehe, so in der Realität nicht belegen. Dieser Effekt zieht sich durch alle Bildungsstufen. Schuld sei unter anderem die zunehmende Nichtbeschäftigung, insbesondere durch Vorruhestand.

* Weitere Informationen: „Bildung hat Zukunft – Bildungsstudie 2017“ des Ifo-Instituts im Auftrag von Union Investment. Kontakt: Union Asset Management Holding AG in 60311 Frankfurt am Main, Tel. (0 69) 5 89 98-52 00, www.union-investment.de

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