VDMA-Blitzumfrage Homeoffice bei Maschinen- und Anlagenbauern steigt

Redakteur: Katharina Juschkat

Jeder zweite ist im Homeoffice, in Kurzarbeit oder aus anderen Gründen nicht vor Ort: Die Maschinen- und Anlagenbauer setzen verstärkt auf Homeoffice, um gegen die Pandemie vorzugehen. Doch nicht in allen Bereichen ist das möglich.

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VDMA-Präsident Karl Haeusgen resümiert: „Gesundheitsschutz und eine funktionierende industrielle Produktion gehören zusammen, das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse aus dem Frühjahr 2020.“
VDMA-Präsident Karl Haeusgen resümiert: „Gesundheitsschutz und eine funktionierende industrielle Produktion gehören zusammen, das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse aus dem Frühjahr 2020.“
(Bild: VDMA)

Jeder dritte Maschinen- und Anlagenbauer hat die Homeoffice-Quote im Vergleich zum ersten Lockdown erhöht, jeder zweite hat momentan das gleiche Niveau wie im Frühjahr 2020. Im Schnitt sind nur noch gut die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben vor Ort – alle anderen sind aufgrund von Homeoffice-Regelungen, Kurzarbeit oder dem Abbau von Zeitarbeitskonten nicht in der Firma. Insgesamt liegt der Homeoffice-Anteil im Maschinen- und Anlagenbau bei 30 Prozent aller Beschäftigten. Das ergab eine aktuelle Blitzumfrage des VDMA unter rund 1.000 Mitgliedsfirmen.

Gesundheitsschutz und eine funktionierende industrielle Produktion gehören zusammen, das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse aus dem Frühjahr 2020.

VDMA-Präsident Karl Haeusgen

Homeoffice nicht überall sinnvoll

Vor allem Tätigkeiten in der Verwaltung und im Vertrieb, teilweise auch der Forschung, lassen sich ins Homeoffice auslagern. Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau kann aber vielfach nur laufen, wenn Menschen in den Werkshallen sind. Jedoch sind laut Auffassung von VDMA-Präsident Haeusgen auch nicht ausnahmslos alle Bürotätigkeiten ins Homeoffice auslagerbar: „Viele Tätigkeiten sind organisatorisch so eng miteinander verzahnt, dass eine willkürliche Trennung von Produktion und bestimmten Bürotätigkeiten die Funktionsfähigkeit der Unternehmen gefährden würde.“

Jedes dritte Maschinenbauunternehmen hält es gleichwohl für möglich, weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Eine temporäre Zunahme der Homeoffice-Arbeitsplätze ohne nachhaltige Störung der Betriebsabläufe auf 34 Prozent wären nach Auffassung der Befragten realisierbar.

Covid-19-Pandemie: Maschinenbauer reagieren vorbildlich

Die Umfrage zeigt auch, wie ernst die Unternehmen die Gefahren der Pandemie nehmen. Jedes zweite Unternehmen geht über die behördlichen Vorgaben und Empfehlungen hinaus. Hinzu kommt, dass es im Maschinen- und Anlagenbau eine hohe Bereitschaft gibt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Impfmöglichkeit anzubieten. „Viele unserer Unternehmen, die über einen Betriebsarzt verfügen, sind bereit, die staatlichen Impfzentren zu unterstützen. Und diese Bereitschaft dürfte noch wachsen, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht, der einfach zu handhaben ist“, sagt der VDMA-Präsident.

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