Suchen

Humanoide Roboter

Humanoide Roboter dringen überaus gelenkig in die Welt des Menschen ein

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Multi-Funktionalität eines hominiden Roboters

Ein Einsatz von robotischen Systemen, sei es um den Menschen bei seiner Arbeit zu unterstützen oder um Aufgaben zu übernehmen, die für den Menschen eine reelle Gefahr darstellen, rückt auch immer mehr in den Fokus der Politik und der Öffentlichkeit. Daniel Kühn, Projektleiter am Robotics Innovation Center Bremen des DFKI, wird einen hominiden Roboter vorstellen, der die Fähigkeit besitzt, seine Haltung an die jeweilige Gegebenheit anzupassen. Ist das Gelände uneben und schwer begehbar, bewegt sich der Roboter mit einem vierbeinigen Gang fort, ist hingegen ein Überblick über das Gelände gewünscht oder sollen manipulative Aufgaben durchgeführt werden, wechselt der Roboter in eine zweibeinige Pose.

„Zunächst einmal handelt es sich bei dem Roboter, den wir Charlie nennen, um ein System, mit dem Grundlagenforschung betrieben wird. In einer industriellen Anwendung würde sich das System vorrangig zur Unterstützung des Menschen in sogenannten hybriden Teams eignen. Der Roboter kann bei der Montage helfen, indem er autonom Bauteile oder Werkzeuge holt und diese dem Menschen anreicht. Oder er wird für eine parallele Qualitätskontrolle genutzt, bei der mittels bildgebender Sensorik Bauteile überprüft werden und Charlie bei erkannten Makeln und Fehlern seinen menschlichen Kollegen gegebenenfalls eine Nachbearbeitung empfiehlt“, erläutert Kühn das breite Spektrum der Einsatzmöglichkeiten.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Durch Maschinenethik Lügen verhindern

An der Hochschule für Wirtschaft FHNW in der Schweiz wurde von März bis August dieses Jahres der Lügenbot entwickelt, ein Chatbot, der so sehr lügt, dass sich die Balken biegen. Die Idee dazu formulierte Oliver Bendel erstmals bereits 2013 in seinem Artikel „Der Lügenbot und andere Münchhausen-Maschinen“.

„Die Maschinenethik fragt nach der Moral von Maschinen und konzipiert und implementiert üblicherweise moralische Maschinen; auch unmoralische sind möglich. Mit dem Lügenbot-Projekt haben wir gezeigt, dass man Münchhausen-Maschinen, speziell einen lügenden Chatbot, umzusetzen vermag. Wir können damit auf die Gefahren solcher Maschinen hinweisen und Empfehlungen geben, wie man sie vermeiden und abwehren kann“, erklärt Prof. Dr. Oliver Bendel vom Institut für Wirtschaftsinformatik der FHNW in Windisch in der Schweiz.

Fest steht: Chatbots und virtuelle Assistenten spielen wieder eine Rolle – auf Websites und auf Smartphones. Die Erkenntnisse aus dem Lügenbot-Projekt können dazu verwendet werden, verlässliche und vertrauenswürdige Dialogsysteme zu bauen. „Die Betreiber der Dialogsysteme verbessern dadurch die Beziehung zum Kunden. Sie wehren auch Ansprüche ab, die durch Fehlinformationen entstehen, etwa in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen“, beschreibt Bendel den Nutzwert.

(ID:44326478)

Über den Autor

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik