Industrieproduktion Hybride Wertschöpfung wird zum Erfolgsrezept für die Industrie
Produktionsunternehmen, die auch künftig erfolgreich sein wollen, müssen die industrielle Wertschöpfung so eng mit der Dienstleistung verzahnen, dass sie dem Kunden anstatt von Produkten einen Nutzen verkaufen. In der Fachwelt spricht man hier von Hybridisierung. Langfristig soll diese sogar ein Echtzeit stattfinden.
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Das Industrieprodukt alleine reicht nicht mehr aus. Der künftige Erfolg industrieller Wertschöpfung baut auf die enge Verbindung mit der Dienstleistung. Mit anderen Worten: Die enge Verzahnung von Industrieprodukten und innovativen Dienstleistungen ist ein Zukunftsthema, das den Erfolg von Unternehmen maßgeblich beeinflussen wird. Gemeint ist damit die sogenannte Hybridisierung. Und der hat sich unlängst ein Kongress der VBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft in München angenommen.
Hybride Unternehmen verkaufen Kundennutzen
Die Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW-Consult) im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) durchgeführt hat, bringt nun mehr Licht ins Dunkel, wenn es um die Begrifflichkeit der hybriden Wertschöpfung oder Hybridisierung geht. Wie so oft bei neuen Fachausdrücken zeigt weder die unternehmerische Praxis noch die wissenschaftliche Literatur eine allgemein gültige Definition.
VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt umschrieb die Vorzüge hybrider Unternehmen anlässlich des Veranstaltung: „Wenn der Kunde die Versorgung mit Druckluft statt eines Kompressors oder ein warmes Haus statt einer Heizung bekommt, dann profitiert er von einem hybriden Geschäftsmodell.“
Die nutzenorientierte Bündelung von Industrieprodukten und Dienstleistungen stellt demnach den Kern des Geschäftsmodells dar. Wie unterscheidet sich aber nun das hybride Geschäftsmodell von dem, was auch bisher schon in der Wirtschaft gemacht wurde? Schließlich sind Industrieprodukte heute ohne vor- oder nachgelagerte Dienstleistungen gar nicht mehr denkbar.
Drei Merkmale definieren hybride Wertschöpfung
Bislang wurde in Untersuchungen eher ein ausgewogener Umsatzmix aus Industrieprodukten und Dienstleistungen als wesentliches Merkmal hybrider Geschäftsmodelle betrachtet. Die Studie der IW-Consult definiert nun erstmals die hybride Wertschöpfung anhand von drei ausgewählten Merkmalen, um sie greifbar zu machen.
So verlangt sie von hybriden Unternehmen den Industriebezug, das heißt, Firmen müssen sowohl Industrieprodukte als auch Dienstleistungstätigkeiten im Portfolio haben. Zum Zweiten braucht es ein Tätigkeitsprofil: Hybride Unternehmen sollen möglichst eine komplette Wertschöpfungskette entlang eines Lebenszyklus eines Produktes bearbeiten.
Und zu guter Letzt sind Garantieleistungen wichtig. Bei hybriden Geschäftsmodellen läuft es darauf hinaus, dass man anstatt der Produkte deren Nutzen verkauft. Zum Beispiel eben Druckluft anstatt eines Kompressors.
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