EMO Hannover 2011

Im Werkzeugmaschinenbau wird der Service immer wichtiger

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Bei der Entwicklung neuer Dienstleistungen, resümiert der IAO-Wissenschaftler, seien einige Besonderheiten zu beachten. So müssen Kapazitäten vorgehalten werden, weil Dienstleistungen nicht wie Produkte gelagert werden können. Außerdem sind Mitarbeiter mit der nötigen Kompetenz auszustatten.

Service im Werkzeugmaschinenbau braucht den richtigen Preis

Darüber hinaus sollte man sich über eine angemessene Bepreisung der Dienstleistung Gedanken machen. Einen guten Einstieg in die Entwicklung von Dienstleistungen bietet laut Rogowski die Website www.innoscore-service.de.

Gemeinsam mit den Werkzeugmaschinenherstellern Trumpf und DMG Gildemeister hat das Fraunhofer-IAO kürzlich den Innovationsverbund „Service-Plattform Maschine“ ins Leben gerufen. Im Rahmen des Verbunds treffen sich Vertreter führender Maschinenbauunternehmen, um im vorwettbewerblichen Bereich gemeinsam zukunftsorientierte Servicekonzepte zu entwickeln, zu bewerten und prototypisch umzusetzen.

Produktivitätssteigerung im Fokus erfolgreicher Dienstleistungsprojekte

Reinhold Groß, Leiter Werkzeugmaschinenservices bei der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH & Co. KG, Ditzingen, kennt sehr viele Beispiele für erfolgreich umgesetzte Dienstleistungsprojekte: „Insbesondere auf den europäischen Märkten ist eine hohe Produktivitätsorientierung bei unseren Kunden erkennbar, was sich entsprechend auf die Nachfrage nach intelligenten Dienstleistungen auswirkt.“ Der deutsche Markt gehöre dabei sicher zu einem der Vorreitermärkte, aber auch Länder wie die Schweiz oder Tschechien seien bereits sehr weit.

Für den Servicefachmann Groß besteht die „Innovation einer Dienstleistung vor allem darin, unter gegebenen Rahmenbedingungen eine optimale Lösung zu finden. Dabei sei die resultierende Dienstleistung selbst oft nicht sehr innovativ, jedoch hochgradig angepasst. Als Beleg dafür verweist Groß beispielhaft auf zwei Kundenprojekte in Tschechien:

  • Ein Kunde musste in kurzer Zeit 80.000 Teile mit einer Biegung herstellen, die ausschließlich mit einem Sonderwerkzeug erzeugt werden konnte. Dieses Sonderwerkzeug hatte aber eine viel zu lange Lieferzeit. Die Lösung lag in der Umkonstruktion und Änderung eines bestehenden Standardwerkzeugs. Beides wurde bei einem Werkzeugspezialisten vorgenommen. Das Ergebnis ist ein Werkzeug für komplexe Bearbeitungsprozesse. Bereits nach wenigen Tagen meldete der Kunde, dass der Auftrag erfüllt und die Lieferung der Teile erfolgt sei.
  • Ein anderer Kunde musste bei einer sechs Jahre alten Werkzeugmaschine die Produktivität steigern, um mit Wettbewerbern in der Blechbearbeitung Schritt zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er sich zusammen mit Automatisierungsexperten von Trumpf mit der Layout- und Prozessplanung auseinandergesetzt. Danach wurde eine automatische Lagereinheit installiert und mit der Maschine verbunden. Zum Schluss folgt eine mehrtägige Anlaufbegleitung durch die Automatisierungsexperten. Sie wurde zur vollen Zufriedenheit des Kunden abgeschlossen.

Trumpf-Serviceleiter Groß hat große Erwartungen an die EMO Hannover 2011: „Wir konzentrieren uns bei unserem EMO-Auftritt darauf, den Besuchern besonders effiziente Gestaltungs- und Herstellungsmethoden zu präsentieren.“ Dabei würden Fertigungstechniken wie die Laserbearbeitung eine zentrale Rolle spielen. So wird der Maschinenhersteller auf der weltgrößten Messe für Metallbearbeitung im Rahmen des Dienstleistungsangebots „Workshop – Gestalten von Teilen in Blech“ zeigen, wie sich mittels Laserbearbeitung signifikante Zeit- und Kostensenkungspotenziale erreichen lassen.

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