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Aida

In 100 Jahren zum Pressengiganten

| Autor: Stéphane Itasse

Während Europa 1917 in den Wirren des Ersten Weltkriegs versinkt, erlebt Japan eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte. In der Taisho-Ära experimentiert das Land erstmals mit einem parlamentarischen System. In diesem Umfeld gründet Yokei Aida in der Innenstadt von Tokio sein eigenes Unternehmen: Aida Iron Works.

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Vor allem bei Servopressen ist der japanische Hersteller Aida heute stark.
Vor allem bei Servopressen ist der japanische Hersteller Aida heute stark.
(Bild: Aida)

Während Europa 1917 in den Wirren des Ersten Weltkriegs versinkt, erlebt Japan eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte. In der Taisho-Ära experimentiert das Land erstmals mit einem parlamentarischen System. In diesem Umfeld gründet Yokei Aida in der Innenstadt von Tokio sein eigenes Unternehmen: Aida Iron Works. Ein Einschnitt für das Start-up – auch wenn man es damals nicht so nannte – kommt 1923. Beim Kanto-Erdbeben am 1. September kommen nicht nur mehr als 140.000 Menschen ums Leben, auch Aida Iron Works wird wie weite Teile von Tokio vollständig zerstört. Yokei Aida lässt sich nicht unterkriegen, das Unternehmen wird unverzüglich wieder aufgebaut.

Den ersten Schritt zu seinem heutigen Hauptgeschäftsfeld macht Aida Iron Works 1933. Das Unternehmen führt die erste Kniehebelpresse in Japan ein. Bis 1937 ist es ausreichend gewachsen, um an die Börse zu gehen – bis heute sind die Anteilsscheine notiert.

Die Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg bringt einen erneuten Einschnitt. Im März 1945 wird Aida Iron Works bei einem Luftangriff vollständig zerstört, anschließend wieder aufgebaut. Im Jahr 1959 errichtet das Unternehmen dann eine neue Fabrik in Sagamihara, ein Jahr später führt Aida die erste japanische Transferpresse ein. Nach Sagamihara folgen dann im Jahr 1964 auch die Unternehmenszentrale und die Fabrik aus Kameido.

Erster japanischer Industrieroboter kommt von Aida

Einen weiteren Meilenstein setzt Aida 1968. Das Unternehmen führt den ersten japanischen Industrieroboter namens Auto-Hand ein. Angesichts dieser Entwicklungen ist es nur folgerichtig, dass 1970 der Unternehmensname in Aida Engineering Ltd. geändert wird. Das Wachstum geht weiter, sodass 1974 die Fabrik in Tsukui errichtet wird. 1977 folgt das erste dreidimensionale Transferpressensystem.

Bis zum Ende der 80er-Jahre hat sich Japans Wirtschaft gewandelt. Das Land ist zu einer der führenden Industrienationen aufgestiegen. Nach dem Plaza-Abkommen 1985 zieht der Kurs der Landeswährung Yen stark an, Spekulationskapital führt zu einem Börsenboom. In diesem Umfeld entschließt sich Aida zu einem großen Schritt: In Singapur entsteht 1989 die erste ausländische Tochtergesellschaft.

Aida expandiert in den 90er-Jahren kräftig ins Ausland

Danach geht es Schlag auf Schlag: 1992 folgt ein Tochterunternehmen in Großbritannien namens Aida Engineering UK Ltd., 1993 kommt eines in Hongkong dazu, 1994 in Malaysia, ein Jahr später in den USA und 1996 eine weitere britische Tochter namens Aida Bliss (Europe). Im Jahr 2001 folgt der Sprung über den Ärmelkanal mit der Gründung von Aida SAS in Frankreich, 2003 etabliert sich der Pressenhersteller in der Volksrepublik China mit der Aida Manufacturing (Shanghai) Ltd.

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 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt