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Cloud In fünf Schritten zum richtigen Managed-Service Provider

| Autor / Redakteur: Jürgen Stauber / Melanie Krauß

Damit der Einstieg in die Cloud reibungslos gelingt, braucht es einen erfahrenen Partner an der Seite. So finden Sie den geeigneten Managed-Service Provider für Ihr Unternehmen.

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Welcher Partner für ein Unternehmen passt, hängt davon ab, welches Ziel mit dem Einstieg in die Cloud erreicht werden soll.
Welcher Partner für ein Unternehmen passt, hängt davon ab, welches Ziel mit dem Einstieg in die Cloud erreicht werden soll.
(Bild: ©kras99 - stock.adobe.com)

Von den Vorteilen der Cloud braucht man heute fast niemanden mehr zu überzeugen. Viele Unternehmen erleben einen erfolgreichen Einstieg als Befreiungsschlag. Trotzdem gelingt nicht jeder Start in die Cloud auf Anhieb. Die Auswahl des richtigen Managed-Service Providers ist dabei ein entscheidender Faktor. Das Problem: Ein Patentrezept für die Provider-Wahl gibt es nicht. Denn wer zu wem passt, hängt vor allem von den individuellen Zielen ab, die ein Unternehmen mit seinem Einstieg in die Cloud verfolgt.

1. Ziele definieren

Der systematische Auswahlprozess sollte stets mit einer klaren Zielbestimmung beginnen. Die zentrale Frage lautet also im ersten Schritt: Welchen Beitrag soll die Cloud zu anstehenden Veränderungen der Geschäftstätigkeit leisten? Will ein Unternehmen beispielsweise geografisch expandieren, dann kommen Anbieter in Betracht, die auf den Zielmärkten flächendeckend präsent sind. Bei einem zentralen Bereitstellungsmodell spielt das hingegen keine Rolle. Auch sollten Unternehmen sich die Frage stellen, welches grundlegende Ziel sie erreichen wollen: Geht es um Effizienzsteigerung in der Produktion? Um Produktinnovationen, etwa im Bereich IoT? Oder um die Digitalisierung der Produktentwicklung, um Produkte schneller auf den Markt zu bringen? Auch anstehende Veränderungen im Beschaffungsmodell zur Verbesserung der Interaktionsmöglichkeiten in der Supply Chain gehören zum strategischen Hintergrund der Zieldefinition für den Einstieg in die Cloud.

Darüber hinaus gilt es, die Anforderungen der IT festzulegen und zu formulieren: Kommt für bestimmte Anwendungen eine Public Cloud infrage? Oder liegt die Präferenz eher auf dem Pri­vate-Cloud-Modell? Hierbei spielt insbesondere der Aspekt der Datensicherheit eine herausragende Rolle. Entgegen manchem Vorbehalt kann ein professioneller Cloud-Provider oft ein deutlich höheres Sicherheitsniveau garantieren, als es vielen Unternehmen in konventioneller IT-Umgebung mit meist begrenzten personellen Kapazitäten und fehlendem Spezial-Know-how überhaupt möglich ist.

2. Betriebsmodell festlegen

Sobald das Zielbild definiert ist, geht es im zweiten Schritt um ein passendes Betriebsmodell. Zu klären ist hierbei, wie der Service aussehen soll: Gibt es zum Beispiel Power User für besonders kritische Anwendungen mit entsprechend hohem Serviceanspruch? Und bei welchen Anwendungen genügt dagegen ein einfacher und daher kostengünstiger Support? An dieser Stelle wird deutlich, wie eng der IT-Betrieb mit den jeweils unterstützten Geschäftsprozessen zusammenhängt. Auch die Frage, ob und welche Prozesse an einen externen Dienstleister ausgelagert werden sollen und für welche Laufzeit man sich vertraglich binden will, sollte in diesem Kontext entschieden werden: Zu lange Vertragslaufzeiten bergen die Gefahr einer zu starken Providerbindung. Zu kurze Laufzeiten bedeuten wiederum, dass man schon nach kurzer Zeit wieder Aufwand betreiben muss, um einen geeigneten Provider auszuwählen und die Verträge auszugestalten.

3. Auswahlkriterien definieren

Im dritten Schritt müssen Unternehmen aus den Ziel- und Betriebsmodelldefinitionen die Auswahlkriterien ableiten. Ein Maßstab dafür sind etwa bestehende Prozesse rund um das Budgetmanagement und die Verrechnungsmodalitäten. Aber auch strategische Ziele schlagen sich in den Auswahlkriterien nieder: Sollen über die Herstellung hinaus beispielsweise auch digitale Services zu bestimmten Produkten per App oder via Webportal angeboten werden, muss dies ein Managed-Service Provider eins zu eins abbilden können. Dasselbe trifft auf unternehmenseigene Richtlinien und branchenspezifische Compliance-Vorgaben zu. Generell sollte der Kriterienkatalog alle wichtigen Auswahlbedingungen enthalten – aber eben auch nicht mehr. Zudem empfiehlt es sich, die Kriterien nicht allzu eng zu fassen, um sich Türen offenzuhalten und von den Erfahrungen der Provider-Kandidaten aus anderen Kundenprojekten zu profitieren.

4. Engere Auswahl

Anhand des Kriterienkatalogs können Unternehmen nun im vierten Schritt ihrer Provider-Suche etwa fünf Kandidaten über einen Request for Information (RFI) in die engere Wahl ziehen. Im Zuge der Auswertung dieser ersten Ausschreibungsrunde lässt sich der Kreis auf drei Favoriten eingrenzen, zu denen im Rahmen eines Request for Proposal (RFP) dann ein intensiverer Kontakt aufgebaut wird. Am besten belegt ein Managed-Service Provider in spe seine Fähigkeit zur Umsetzung aller Kriterien mit Testprototypen im Sinne eines Proof of Concept. Aber nicht bei jeder Abweichung sollte sofort die Reißleine gezogen werden. Stattdessen kommt es darauf an, wie ein Anbieter mit möglichen Fehlern umgeht.

5. Aufbruch in die Cloud

Wenn das Betriebsmodell ausreichend getestet und der Nachweis aller Service-Level-Garantien erbracht ist, folgt mit der finalen Entscheidung für einen der Kandidaten als fünfter Schritt schließlich der eigentliche Aufbruch in die Cloud. Damit beginnt ein fortwährender Optimierungsprozess, der sich über die gesamte Lebensdauer der Partnerschaft mit dem Managed-Service Provider erstreckt und die Cloud Services stetig verbessert.

* Jürgen Stauber ist General Manager DACH bei Rackspace in 80636 München, Tel. (08 00) 7 23 87 49, www.rackspace.com/de-de

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