Industriestecker Individuelle Steckergehäuse ruckzuck konfiguriert

Autor / Redakteur: Stefan Koch / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Onlinekonfiguratoren sind im Alltag längst angekommen. Man stellt damit seinen individuellen Computer, seinen Neuwagen oder alle möglichen Konsumgegenstände zusammen. In der Verbindungstechnik sind solche Konfiguratoren bisher eher selten anzutreffen. Ein Stuttgarter Kabelhersteller zeigt, wie es geht.

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Die Auswahl der gewünschten Steckeroptionen nimmt der Kunde selbst über den Epic-Gehäusekonfigurator vor.
Die Auswahl der gewünschten Steckeroptionen nimmt der Kunde selbst über den Epic-Gehäusekonfigurator vor.
(Bild: Lapp)

Bei der Stuttgarter Lapp-Gruppe haben die Anwender nun seit Kurzem die Möglichkeit, sich mit dem neuen Epic-Gehäusekonfigurator ihre individuellen Industriesteckergehäuse mit Verriegelungskonzept und Kabeleinführung selbst zusammenzustellen. Insgesamt 138 Mio. unterschiedliche Konfigurationen sind damit möglich. Parallel dazu hat Lapp ein neues Metallbearbeitungszentrum in Betrieb genommen, das es ermöglicht, jede individuelle Bestellung in nur fünf Arbeitstagen zu produzieren und zu liefern, ab einer Mindestbestellmenge von vier Stück. Lagerhaltige Ware wird innerhalb von 24 h geliefert.

Damit kommt Lapp der Vision von Industrie 4.0 mit maximaler Flexibilität und Fertigung in Losgröße 1 schon ziemlich nahe. Dazu kommt, dass die Kunden immer öfter individuelle Lösungen wollen, und das ohne lange Bestellzeiten. Die Verknüpfung eines Onlinekonfigurators mit einer schnellen und flexiblen Produktionsanlage ist ein schlüssiger Ansatz, um maßgeschneiderte Kundenwünsche zu erfüllen.

Schritt für Schritt zum Wunschprodukt

Mit dem Epic-Gehäusekonfigurator wird der Kunde zunächst Schritt für Schritt zum Wunschprodukt geführt. Dabei werden ausschließlich technisch sinnvolle und realisierbare Varianten angeboten – Varianten, die aus technischen Gründen nicht realisierbar sind, werden von vornherein ausgeschlossen. Braucht man beispielsweise für einen Roboter, der in einer Brauerei Bierflaschen vom Band nehmen und in Bierkästen stellen soll, ein passgenaues Steckergehäuse, muss man zunächst die nötigen Kabel und Verschraubungen definieren.

Damit der Roboter die Flaschen erkennen und greifen kann, ist zum Beispiel ein Sensor nötig. Das heißt, es muss nicht nur eine Energieleitung mit großem Querschnitt für den Motor eingeführt werden, sondern auch eine Leitung mit kleinerem Querschnitt als Sensorleitung zur Signalübertragung. Lapp hat dafür zum Beispiel die Ölflex Robot 900 P mit einem Querschnitt von 6,2 mm im Programm. Sie ist besonders robust und für Biege- und Torsionsbelastungen geeignet.

Für die Energieversorgung gibt es die Ölflex Robust 200 mit einem Querschnitt von
19,4 mm. Passend zu den Leitungen werden für die Zugentlastung und die Abdichtung eine Skintop-Verschraubung MSR-M mit M20-Gewinde für die Sensorleitung und für die Energieleitung eine Skintop MS-M mit M32-Gewinde benötigt.

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