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Wolfgang Dorst, Bitkom, erläutert, warum für uns das Thema Industrie 4.0 so wichtig ist. Der Reifegrad sei in Deutschland, abhängig von der Branche, sehr unterschiedlich; so gebe es etwa im Bereich der Gesundheitskarte noch Nachholbedarf. Besonders wichtig sei es jedoch, die Technik auf die eigene Branche zu übertragen. „Henry Ford besuchte einen Schlachthof und da sah er, dass dort effizienter produziert wurde: Best practice abgeguckt von einer anderen Industrie“, so Dorst. „Industrie 4.0 ist ja nicht ein Produkt, das man fertig kaufen kann. Es ist eine Vision“, fährt Dorst fort.
„Wir haben herausgefunden: Von 2013 bis 2025 kann damit jedes Jahr zusätzlich 1,5 % an Bruttosozialprodukt erzielt werden.“ Das ist laut Dorst sehr viel im Vergleich zu anderen regulatorischen Möglichkeiten.
„Einerseits haben wir den Marktbedarf und damit haben wir den Markt als Treiber; doch andererseits ist das Internet der Dinge die logische Folge des Internets der Menschen“, erklärt Kelkar die Wichtigkeit des Themas. Haupttreiber für Industrie 4.0 sei die in den Betrieben geforderte Flexibilität: „Das Produkt bestimmt den Takt.“
Dorst ergänzt: „Zukünftig wird ein Produkt auch während der Nutzung weiter verbessert, beispielsweise wird neue Software aufgespielt; so wie dies bereits jetzt bei neueren Smartphones der Fall ist.“ Dabei können Industrie-4.0-Konzepte helfen. „Es ist in Zukunft so, dass neue Geschäftsbereiche über das Internet abgewickelt werden. Deshalb ist es auch wichtig, sich darauf einzustellen.“
Für Dorst ist der Mittelstand ein wichtiger Eckpfeiler des wirtschaftlichen Handelns in Deutschland: „Wir brauchen den Mittelstand, doch geht es um neue Märkte, dann sind es oft die großen Unternehmen, die den Markt vorbereiten. Im Grunde ist dies etwas Positives. Wir müssen deshalb den Mittelstand fördern, insbesondere in der digitalen Welt.“ Die Digitalisierung in den Unternehmen müsse aber auch verstanden werden. Das müsse natürlich in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften geschehen.
Die drei Verbände Bitkom, VDMA und ZVEI kämpfen für die „Industrienation 4.0“
Um den Umbau zur Industrienation 4.0 zu schaffen, haben sich die drei Verbände Bitkom, VDMA und ZVEI zusammengeschlossen. „Dahinter stehen jetzt 6500 Unternehmen“, so Dorst. Doch erst musste eine gemeinschaftliche Definition für Industrie 4.0 geschaffen werden, denn es gab laut Dorst bisher über 134 Definitionen.
Im Zentrum stehe die Smart Factory, darum herum gruppieren sich laut Kelkar Smart Logistics, Smart Buildings, Smart Grids, Smart Mobility und das Smart Product.
Die dazu notwendigen Cyberphysical Systems (CPS) zeichnen sich durch Sensorik, Vernetzung und Intelligenz aus, so Kelkar. Er gibt ein Beispiel aus der Flugzeugindustrie, welche Vorteile dies habe: Dort hat man eine Flugzeugturbinen-Einspritzdüse entwickelt, die aus nur einem Bauteil besteht; vorher waren es 25. Dazu komme, dass diese Düse auch 25 % weniger Gewicht habe.
In der Logistik wird ein hoher Investitionsbedarf gesehen
Doch wo wird nun hauptsächlich investiert, wenn es um Industrie 4.0 geht? Laut Kelkar zeigt die Studie, dass besonders in der Logistik ein hoher Bedarf gesehen wird. In Zukunft werden sich aber auch die Organisationsgrenzen verändern. 87 % stimmen dieser Aussage zu. Der Trend geht zu mehr objektorientiertem Arbeiten und zu weniger Trennung nach Abteilungen.
Eine weitere Frage war, wie Daten aus Social Media genutzt werden: In Zukunft etwas mehr, aber kaum ein Unternehmen schöpft dies aus; vor allem im Bereich der Produktentstehung gebe es einen Nachholbedarf.
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