Vernetzte Produktion

Industrie 4.0: Die Zeit drängt

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Als Stolperstein auf dem Weg zur smarten Vernetzung nennen die Entscheider große Wissenslücken. Gut 70 % sehen sich über die Chancen und Risiken der Industrie-4.0-Entwicklung nicht ausreichend informiert. „Der Einstieg zur vernetzten Produktion führt in den Betrieben über das Internet der Dinge“, sagt Claus Schünemann. „So gilt es beispielsweise, in einem ersten Schritt mit Sensoren die Ma-chine-to-Machine-Kommunikation aufzusetzen. Mit eigenen Bordmitteln lässt sich anschließend das komplexe Sammeln, Auswerten und Anwenden der gigantischen Datenmengen von den Unternehmen nicht bewältigen. Wie die Praxis zeigt, bietet es sich bei Industrie-4.0-Projekten in den Unternehmen an, auf das erprobte Erfahrungswissen spezialisierter IT-Dienstleister zu setzen.“

Neben dem Informationsdefizit im eigenen Unternehmen bemängeln die Führungskräfte auf dem Weg zur smarten Produktion die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt. So zweifelt knapp jeder zweite Befragte die europäische Wettbewerbsfähigkeit an, weil ausgewiesene Fachkräfte mit kombiniertem IT- und Fertigungswissen fehlen. Der Handlungsdruck steigt: Wie die Umfrage weiter zeigt, wird bereits gut jedes vierte deutsche Unternehmen von Lieferanten und Kunden nach besseren IT-Anbindungsmöglichkeiten angefragt. Die vernetzte Produktion bewerten allerdings auch schon 63 % der deutschen Wirtschaftsentscheider als wichtigen Erfolgsfaktor für den eigenen Betrieb und den Standort Deutschland insgesamt. Rund jeder zweite Entscheider rechnet in seiner Branche durch Industrie-4.0-Maßnahmen mit Effizienz- und Produktivitätssteigerungen sowie Kosteneinsparungen.

Es ist jetzt also Zeit, sich intensiv mit dem Thema zu befassen, bevor es andere tun. Insbesondere bei diesem Thema heißt es: Wer zu spät kommt, den bestraft der wegbrechende Umsatz.

Definition: Was man unter Industrie 4.0 versteht

Der Lenkungskreis der Plattform Industrie 4.0 hat eine begriffliche Darstellung der Vision „Industrie 4.0“ gegeben: Industrie 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution, eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten. Dieser Zyklus orientiert sich an den zunehmend individualisierten Kundenwünschen und erstreckt sich von der Idee, dem Auftrag über die Entwicklung und Fertigung, die Auslieferung eines Produkts an den Endkunden bis hin zum Recycling und den damit verbundenen Dienstleistungen.

Basis ist die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen sowie die Fähigkeit, aus den Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsfluss abzuleiten. Durch die Verbindung von Menschen, Objekten und Systemen entstehen dynamische, echtzeitoptimierte und selbstorganisierende, unternehmensübergreifende Wertschöpfungsnetze, die sich nach unterschiedlichen Kriterien, wie beispielsweise Kosten, Verfügbarkeit und Ressourcenverbrauch, optimieren lassen MM

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