Vernetzte Produktion

Industrie 4.0: Die Zeit drängt

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Die IT sieht vor allem bei der Entwicklung Bedarf, wenn es um die Perspektive Industrie 4.0 geht. Die Befragten waren sich einig: „Ja, wir brauchen das“, aber nur 85 % glauben, dass Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen könnte!

Bei der Automobilindustrie wird es besonders bei der Innenausstattung von Fahrzeugen Änderungen geben, denn dort wird es in den nächsten fünf Jahren den Trend zur individuellen Herstellung geben. Dort kann man zum Beispiel per 3D-Druck individuelle Displays und Schalter herstellen. Dorst zeigt, wie wichtig das Thema für die Fahrzeugindustrie ist: „Die Automobilwirtschaft kennt zwar ihr Produkt, aber Google kennt den Nutzer.“ Hier habe die Branche noch einen Nachholbedarf. Positiv sei, dass die Automobilwirtschaft erkannt habe, dass man den Kontakt zum Nutzer braucht.

„Der industrielle Sektor steht vor einem massiven Umbruch, die nächste industrielle Revolution wird durch Vernetzung und das Internet geprägt sein“, sagt Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf. Wertschöpfungsketten wandeln sich zu Wertschöpfungsnetzen. In der Industrie 4.0 werden ITK-, Automatisierungs- und Produktionstechniken künftig stärker denn je miteinander verzahnt. Er warnt aber auch: „Wenn wir Industrie 4.0 nicht umsetzen, machen es andere.“

Wenn China sich des Themas annimmt, ist es für Deutschland zu spät

„Die Dringlichkeit zur Einführung von Industrie 4.0 muss einem bewusst sein“, so Prof. Roland Heger PhD, ESB Business School, Reutlingen: „Wir können nicht warten. Wenn China mit äußerster Konsequenz mit diesem Thema umgeht, dann ist es in Deutschland zu spät.“

Die Studie zum Thema Industrie 4.0 ist kostenfrei abrufbar über www.mhp.com/de/studien.

Eine weitere Untersuchung von CSC, bei der unter anderem 500 Unternehmensentscheider in Deutschland befragt wurden, zeigt sogar: Knapp jede zweite Führungskraft sieht die Unternehmen in Deutschland aktuell nicht in der Lage, den technischen und strukturellen Umbau zur vernetzten Produktion (Industrie 4.0) zu schaffen. Nicht einmal jeder Fünfte der Befragten ist sich sicher, dass die eigene Firma bis 2017 dafür konkrete Projekte auf den Weg bringen wird.

Es darf keine Zeit verloren werden, die vernetzte Produktion einzuführen

„Der weltweite Wettlauf um die Einführung von Industrie 4.0 hat längst begonnen. Die deutsche Wirtschaft sollte ihre günstige Ausgangsposition nutzen und keine Zeit verlieren, das System der vernetzten Produktion flächendeckend einzuführen“, sagt Claus Schünemann, Vorsitzender der Geschäftsführung von CSC in Deutschland. „Derzeit haben sich allerdings 85 % der Unternehmen noch nicht dazu entschlossen, Industrie 4.0 handfest anzupacken.“

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