Integrated Industry Industrie 4.0: Segen oder Fluch?

Redakteur: Stefanie Michel

Mit „Integrated Industry“ stellt die Hannover-Messe die zunehmende digitale Vernetzung der Industrie in den Mittelpunkt. Doch welche strategischer Relevanz hat dieses Konzept?

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Nach einer Studie von Arthur D. Little ist sich Markus Achtert sicher: „Integrated Industry“ hat das Potenzial, zum Segen für die deutsche Industrie zu werden.
Nach einer Studie von Arthur D. Little ist sich Markus Achtert sicher: „Integrated Industry“ hat das Potenzial, zum Segen für die deutsche Industrie zu werden.
(Bild: Arthur D. Little)

Wird über Industrie 4.0 berichtet, fallen oft Begriffe wie digitale Fabrik, Internet der Dinge, Industrie 4.0, Digitalisierung oder Maschine-zu-Maschine-Kommunikation – also technische Begriffe. Doch Markus Achtert, Principal in der Engineering & Manufacturing-Practice von Arthur D. Little, lenkt den Blick auch auf die volkswirtschaftliche und die Unternehmensebene: Ist „Integrated Industry“ substanziell? Kann das Thema der deutschen Industrie dienen, sich vom internationalen Wettbewerb wieder etwas weiter abzusetzen? Was sind die Herausforderungen für die Unternehmen und die Volkswirtschaft?

Konventionelle physische Produkte verschmelzen mit Informationstechnologien

Während frühere Ansätze von einer zentralen, hierarchischen Steuerungsinstanz ausgingen, werden im „Internet der Dinge“ Maschinen und Bauteile selbst intelligent oder smart, denn sie können sich selbst organisieren. „Smartization“ bezeichnet dabei die Verschmelzung konventioneller physischer Produkte mit Informationstechnologien. Den Mehrwert für den Nutzer liefert an dieser Stelle die IT, da sie Produkte in Anwendungen verwandelt, wodurch diese völlig neue und intelligente Funktionen erhalten. Oder aber die IT substituiert Teile oder Produktfunktionen, die früher analog mechanisch oder elektrisch gelöst wurden.

Wenn die Dinge selbst „smart“ werden, eröffnet das weitreichende Möglichkeiten. Dann ist die Vernetzung und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation möglich, autonome Steuerungsmechanismen benötigen keine zentrale Steuerungsinstanz, entstehende Datenströme lassen sich insbesondere im B2B-Umfeld nutzen und zusätzliche Dienstleistungen, erweitern das bisherige Portfolio. In der Folge ändern sich dadurch der Mehrwert für den Nutzer, das Produktportfolio des Herstellers, Geschäftsmodelle und langfristig der Wettbewerb.

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