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Eine Besonderheit ist die Aufteilung der Schließhubbewegung auf zwei Teilhübe. Beide Formhälften öffnen und schließen simultan, angesteuert über Keilsysteme und Rollenspindeltriebe. Dies ermöglicht eine beidseitig synchrone Freigabe des Stanzstreifens mit den aufgespritzten Kunststoffstrukturen, ohne dass der Stanzstreifen vor jedem Vorschubhub angehoben werden muss.
Spritzgieß-Auswerfer halten Stanzstreifen auf bestimmter Höhe
Unterstützt wird der Entformungsvorgang von den Auswerfern, die den Stanzstreifen während der Formöffnung auf der vom Gesamtsystem vorgegebenen Höhenposition halten und stützen. Das heißt: Während des Öffnungsvorgangs bleiben die Auswerfer stehen, die Spritzgießform öffnet relativ dazu. Am Ende des Entformungshubs werden die Auswerfer zurückgezogen, um die anschließende Vorschubbewegung des Stanzbands inklusive der umspritzten Kunststoffkomponenten nicht zu behindern.
Eine weitere Besonderheit des Schließsystems ist das sogenannte Ladensystem – eine Spezialausführung eines Werkzeug-Schnellspannsystems. Es ermöglicht den schnellen Zugang zur Spritzgießform durch einfaches seitliches Herausziehen im Fall der Wartung oder bei Werkzeugwechsel.
Die Formhälften werden dazu jeweils über Nut-Feder-Passungen in die beiden Aufspannpositionen geschoben und dort fixiert. Diese Art der Fixierung erfolgt nicht nur bei der Spritzgießform, sondern auch bei den Werkzeugen der Metallbearbeitungsstationen.
Prinzip der Funktionstrennung beim Spritzaggregat beibehalten
Bei der Konstruktion des vertikal auf der Schließeinheit montierten Spritzaggregats wurde das Prinzip der Funktionstrennung ebenso konsequent umgesetzt wie bei den übrigen Anlagenmodulen. Dementsprechend besteht das Spritzaggregat aus einer Plastifiziereinheit und einem separaten Kolbeneinspritzaggregat (Bild 4). Plastifiziert wird über ein Schneckenaggregat, das von einem Servomotor angetrieben wird und mit einer 18-mm-Schnecke (Standard) ausgerüstet ist. Optional stehen Schnecken mit 16 oder 20 mm Durchmesser zur Verfügung.
Möglich sind Spritzgewichte im Bereich von 1 bis 16 g. Insgesamt liegen bisher Erfahrungen mit technischen Kunststoffen wie Polyamid, POM, LCP und PPS vor. Die Spritzeinheit ist standardmäßig mit einem 12-mm-Einspritzkolben ausgerüstet, der servohydraulisch verfahren wird. Alternative Kolbendurchmesser sind 8 und 16 mm.
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