Energieversorgung

Intelligente Gebäude sind Protagonisten des Smart Grid

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Organisiert sich das Smart Building jedoch über ein Incentive-Konzept, kann es auf einen Anreiz flexibel reagieren und dabei das Gesamtsystem „Gebäude“ intelligent nutzen, statt nur einzelne, vordefinierte Verbraucher wie die Wärmepumpe zu involvieren. Fest steht: Ohne Kenntnis der Prozesse im Gebäude wirken sich externe, unkoordinierte Eingriffe auf Aggregate immer negativ auf Komfort, Sicherheit und Effizienz aus.

Smart Grid kann Balance zwischen Komfort und Sicherheit herstellen

Ein Smart Grid kann dank seines Demand-Response-Prinzips unmittelbar auf spezifische Netzsituationen oder Strompreise reagieren. Zu einem tragfähigen Demand-Response-Konzept gehört auch eine Sicherheitskomponente, die vor Blackouts schützt. So werden die Smart Buildings der Zukunft auch Abschaltpotenzial für den Notfall bereitstellen. Bei einem Energieengpass könnten dann nach einer vordefinierten Priorisierung etwa Heizung beziehungsweise Kühlung heruntergefahren werden, während das Zutrittskontrollsystem in Funktion bleibt. Sicherheit hat in diesem Fall Priorität vor vorübergehendem Komfortverlust.

Auch im Normalbetrieb gilt es, einen klugen Kompromiss zwischen dem Bedürfnis nach Komfort und der Anforderung an die Sicherheit zu wahren, etwa bei der Schaltung von Eingangstüren zu Bürogebäuden oder Hotels. Um beispielsweise den Energieverbrauch für die Regulierung des Gebäudeklimas in einem Hotel niedrig zu halten, ist aus Sicht des Energiemanagements eine möglichst seltene Öffnung der Tür geboten. Aus Perspektive des Komforts und der Sicherheit, wenn viele Hotelgäste ein- und ausgehen, sollte die Tür allerdings am besten konstant offen bleiben, um Engpässe zu vermeiden. In einem Bürogebäude wiederum würde das Zutrittskontrollsystem die Tür standardmässig geschlossen halten und nur kurz öffnen, um berechtigten Personen Zutritt zu erlauben. Diese verschiedenen Anforderungen müssen gegeneinander abgewogen und koordiniert werden.

Verbraucher und Erzeuger unter einem Dach

Je mehr eigenerzeugte Energie – etwa über Fotovoltaik – ein Gebäude produziert und speichert, desto besser kann es sich selbst versorgen und umso kostengünstiger wird der gesamte Energiekonsum. Erforderlich hierfür ist ein intelligentes Energiemanagement, das die optimale Betriebsweise permanent gewährleistet. In diesem Szenario ermöglicht die eigenerzeugte und bedarfsweise zwischengespeicherte Energie den Zukauf von weiterer Energie aus dem Netz genau dann, wenn sie günstig zu haben ist.

Um den Stromverbrauch im Gebäude zu optimieren, muss jedoch erst das Gebäude selbst optimiert werden, indem der Energieverbrauch gesenkt und die mögliche Flexibilität beim Verbrauch ausgelotet wird. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können die für die Teilnahme am Smart Grid notwendigen Einrichtungen optimal, das heisst kleiner ausgelegt werden.

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