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Auf dem Strommarkt fehlen noch marktwirtschaftliche Anreize
Variable Preise auf dem Strommarkt werden derzeit nicht direkt an die Verbraucher weitergegeben. Klar ist jedoch: Die Verbesserung der Energieeffizienz durch das Demand-Response-Prinzip sowie die Einbindung großer zentraler und kleiner dezentraler Erzeugungseinheiten und Verbraucher in das Smart Grid bedingen eine neue Aufteilung des Strommarkts. In extremen Szenarien werden die heutigen „klassischen“ Energieversorger im allgemeinen Netz keine Grundlast mehr bereitstellen, sondern womöglich nur noch die Spitzenlasten abdecken. Sie fungieren quasi als Notstromversorger für Gebäude. Zu erwarten ist, dass der Preis für die Notversorgung entsprechend hoch liegen wird.
Sicherlich wird es Aufgabe der Politik sein, die künftigen Rahmenbedingungen zur Neuaufteilung des Marktes zu definieren. Doch schon aus heutiger Sicht ist anzunehmen, dass die Finanzierung der Peaks auf die Verursacher umgelegt werden dürfte, da sie die gesamte Energieversorgung überproportional belasten. So zeigt eine Peak-Statistik aus den USA aus dem Jahre 2009, dass circa ein % Peak-Load rund zehn % der Kosten für die dafür notwendige Infrastruktur verursachen.
Smart Buildings werden autarke Subsysteme im Smart Grid sein
Entscheidend im Smart Grid der Zukunft ist, die beteiligten Smart Buildings als autarke, intelligente Subsysteme zu begreifen. Zukünftige Lösungen zielen auf eine Optimierung der gesamten Kette aller Energie erzeugenden und verbrauchenden Komponenten eines intelligenten Gebäudes, angefangen vom Inhouse-Kraftwerk bis hin zur einzelnen Lampe am Arbeitsplatz. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Entwicklung besserer Speichermethoden. Dezentrale Fotovoltaikanlagen etwa sollten aus betriebswirtschaftlicher Sicht möglichst ständig produzieren. Statt der heute oft üblichen Batterien wäre es denkbar, Energie in Form von Wasserstoff, Methan oder in Druckluftspeichern zwischenzuspeichern.
Als größter Einzel-Energieverbraucher weltweit bergen Gebäude ein großes Einsparpotenzial. Ihre Effizienz lässt sich durch die Einbindung in ein Smart Grid steigern, moderne Gebäudetechniksysteme bilden die Grundlage dafür. Als intelligente und dezentrale Teilnehmer im Netz übernehmen Smart Buildings eine wichtige Ausgleichsfunktion innerhalb des Smart Grid. Davon profitieren Gebäudebetreiber und -nutzer: durch eine kostengünstige, zuverlässige, umweltfreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung.
* Wolfgang Hass ist Chief Technology Officer der Building Technologies Division bei der Siemens AG in 6301 Zug (Schweiz)
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