Große Pläne Zwei Trends in Sachen Graphit für Batterien lassen Preise steigen

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

Natürliches Graphit wird immer besser und Anoden daraus mehr. In China gibt es zu viel synthetisches Graphit. Beide Trends werden die Preise hochtreiben. International Graphite reagiert schon ...

Grapitelekroden für Batterien bestehen aus natürlichem und synthetischem Graphit. Beide Materialien werden in Zukunft immer stärker gefragt sein. Deshalb stehen schon Projekte, wie etwa von International Graphite und Westwater in den Startlöchern, um nichts zu verpassen ...(Bild:  International Graphite)
Grapitelekroden für Batterien bestehen aus natürlichem und synthetischem Graphit. Beide Materialien werden in Zukunft immer stärker gefragt sein. Deshalb stehen schon Projekte, wie etwa von International Graphite und Westwater in den Startlöchern, um nichts zu verpassen ...
(Bild: International Graphite)

International Graphite treibt, wie jetzt bekannt wurde, seine Pläne zur Graphit-Produktion in Australien zügig voran. Ende Mai begannen schon die Erdarbeiten für die geplante Graphit-Mikronisierungsanlage (spätere Partikelgröße zwischen zwei und 200 Mikrometer) in Collie in Westaustralien. Und Ende Juni wurde der Vertrag mit dem Bauunternehmen unterzeichnet. Die Fertigstellung inklusive Stufe 2 ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Dann soll eine Nennkapazität von 7.500 Tonnen Graphit pro Jahr zur Verfügung stehen. Die Baukosten werden mit rund acht Millionen Australische Dollar beziffert (rund 4,8 Millionen Euro). Collie ist aber nur Teil eines größeren Plans, wie man erfährt. Die Verarbeitungsanlage soll mit Material aus dem Springdale-Graphitprojekt beliefert werden, das ebenfalls in Westaustralien liegt. Springdale ist mit geschätzten 49,3 Millionen Tonnen Graphit und einem gesamten Graphit-Gehalt (TGC) von 6,5 Prozent auch noch das zweitgrößte Graphitvorkommen Australiens und eines der 15 größten weltweit! Und das bei erheblichem verbliebenen Explorations-Potenzial.

International Graphite schließt Collie Offtake Deal mit Wogen

Abnehmer für die Produktion gibt es bereits. Denn kurz vor der Unterzeichnung des Bauvertrags schloss International Graphite einen Deal mit einer in Hongkonger Tochter des britischen Unternehmens Wogen. Wogen wird ab dem Start der Produktion mindestens 3.000 Tonnen mikronisiertes Graphit pro Jahr kaufen. Man will demnach dem asiatisch-pazifischen Markt eine neue Quelle für hochwertige Industriegraphitprodukte erschließen – insbesondere für Anwender in Japan und Südkorea, weil diese zwei der am schnellsten wachsenden Märkte der Region für fortschrittliche Fertigungsmaterialien darstellten. Wogen handelt im Übrigen mit Spezialmetallen und Mineralien. Man beliefert unter anderem Regierungen, Stahlwerke, Industrie-, Technologie- sowie Luft- und Raumfahrtunternehmen. Aber auch Gießereien, die Legierungsindustrie, Bergbauunternehmen und Hüttenwerke gehören zu den Abnehmern. Und wenn jemand wie Wogen sich frühzeitig Produktionskapazitäten sichere, spreche das für einen Markt, der sich trotz steigender Nachfrage in den vergangenen Jahren nur durchschnittlich entwickeln konnte. Es geht offensichtlich um natürliches Graphit. Doch es glauben noch andere, dass die Nachfrage nach natürlichem Graphit durch Batteriehersteller steigt. Grundsätzlich liegen die Preise für natürliches Graphit deutlich unter denen der synthetischen Variante. Aber Überkapazitäten bei synthetischem Graphit in China haben die Preisunterschiede weitgehend neutralisiert, heißt es.

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