Werkzeuge für die Medizintechnik K.-H. Müller Präzisionswerkzeuge GmbH

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Müller entwickelt Präzisionswerkzeuge aus VHM zum Bohren, Fräsen und Senken von Bauteilen aus Metall und anderen Materialien.

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Ein Hochleistungsstufenbohrer von Müller für die Dentaltechnik.
Ein Hochleistungsstufenbohrer von Müller für die Dentaltechnik.
(Bild: Müller Präzisionswerkzeuge)

Welche Anforderungen stellt die Branche an Werkzeughersteller?

  • Um als Werkzeughersteller in der Medizintechnik erfolgreich zu sein, wird ein hohes Maß an Know-how in verschiedenen Bereichen benötigt, wie etwa zu den verwendeten Werkstoffen.
  • Besonders bei der Herstellung von Implantaten kommen schwer zerspanbare Werkstoffe wie CoCr-Stähle (Chrom-Cobalt) zum Einsatz. Dies sind biokompatible Werkstoffe, die sich beim Einsatz im menschlichen Körper nicht auflösen dürfen. Werkzeughersteller müssen die Materialzusammensetzung kennen, um das für die Zerspanung optimale Werkzeug bereitstellen zu können.
  • Zudem sind erweiterte Grundkenntnisse über die Produkte nötig, um die bestmögliche Lösung für die jeweilige Anforderung zu haben. Besonders im Bereich der Dentaltechnik ist es darüber hinaus notwendig, ein hohes Maß an Prozesskenntnis zu besitzen. Zahntechniker sind zum Beispiel keine Zerspaner, deshalb ist es notwendig, dass die Hersteller ihnen die Arbeit so einfach wie möglich machen, um ein zuverlässiger Partner zu sein. Dabei ist es unabdingbar, die Prozesse zu kennen und das Werkzeug entsprechend optimal in diese einzubetten.

Welche Anforderungen werden konkret an Werkzeuge gestellt?

  • In der Medizintechnik ist ein hohes Maß an Prozesssicherheit gefragt. Das bedeutet, dass die Werkzeuge über die gesamte Einsatzzeit zuverlässig sein müssen und Ausfälle minimiert werden. Bei der Produktion von Zahnersätzen werden beispielsweise CoCr-Stähle gefräst. Wenn dabei ein Werkzeug abbricht, bedeutet das einen Stillstand der Maschine und beschädigte Produkte. Dies gilt es zu vermeiden. Besonders bei sehr kleinen Teilen ist ein sehr hohes Maß an Präzision gefragt. Außerdem sind hohe Standzeiten wichtig, wie in den meisten anderen Branchen auch.

Wo sind Sie besonders stark vertreten?

  • Implantatherstellung aller Art sowie bei Prothesen.
  • Auch im Bereich der OP-Ausstattung, beispielsweise bei der Produktion von OP-Leuchten und -Tischen, kommen die Werkzeuge zum Einsatz.

Weitere Anwendungen

Brackets:

  • Müller-Werkzeuge werden unter anderem für die Produktion von Brackets für feste Zahnspangen verwendet. Brackets sind die kleinen rechteckigen Bestandteile der festsitzenden Zahnspange, die außen (Bukkalbrackets) oder innen (Lingualbrackets) auf die Zahnflächen geklebt werden. Die Besonderheit dabei ist die Kombination aus Präzision und Standzeit. Die sehr kleinen Teile werden in großer Stückzahl produziert. Dabei darf es über die gesamte Standzeit zu keinerlei Abweichungen kommen. Dementsprechend robust müssen die Werkzeuge sein.

Aktive Zahnspangen:

  • Für einen Medizintechnikhersteller wurde eine Sonderanfertigung eines Hochleistungsstufenbohrers für die Bearbeitung von Dehnschrauben entwickelt, die den Druck auf die Zähne regulieren können. Dazu erlauben sie dem Anwender bei kleinsten Abmessungen größtmögliche Dehnwege.
  • Um zuverlässig verschraubt werden zu können, müssen hochspezialisierte Mikrobohrer mit einem Durchmesser von nur 1,5 Millimeter kleinste Öffnungen in die Bauteile setzen. Eine Herausforderung für die Fertigung sind dabei vor allem die eingesetzten Werkstoffe.
  • Die Dehnschrauben bestehen aus hochfestem rostfreiem Stahl, der aufgrund seines geringen Schwefelgehalts schwer zu bearbeiten ist. Lässt die Schärfe der Schneidkanten nach, führt das zu Gratbildung an den Bauteilen – diese Grate lassen sich nur schwer entfernen, es entsteht Ausschuss und damit Kosten.
  • Müller passte den Hochleistungsstufenbohrer mit einem Durchmesser von 1,5 Millimeter und einem Senkwinkel von 90 Grad individuell auf die Bedürfnisse des Herstellers an. Speziell polierte Spanräume, feinst geschliffene Werkzeugschneiden und ein Microfinishing nach dem Beschichten für hochpräzise Oberflächen zeichnen den Bohrer aus. Dank der speziellen Mikro-Schneidkantenpräparation ist seine Schneide zudem besonders scharf, sodass er leicht auch in zähe Werkstoffe eindringen kann und die vorgegebene Position exakt einhält. Zugleich bleibt die Schneide lange sauber, sodass eine Gratbildung an den filigranen Bauteilen wirksam verhindert wird. Schnittdaten wie Prozesssicherheit haben sich somit deutlich verbessert. Die Standzeit ist dadurch deutlich gestiegen – um rund 12 Prozent und mit weiterem Potential nach oben.

Weiteren beliebte Werkzeuge

Stufenbohrer:

  • Ein Spezialfall sind die Dental­fräser. Sie verfügen über sehr hohe Standzeiten und wurden speziell für die Implantatfrä­sung entwickelt.

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