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Schweißkantenvorbereitung

Kantenformer sorgt für ideale Schweißnähte

| Autor/ Redakteur: Peter Klingauf / Peter Königsreuther

Bei der Schweißkantenvorbereitung greift ein Stahl- und Metallbauer meist zu Winkelschleifer und Brennschneider. Wie dieser, fürs hochwertige Schweißen, unerlässliche Schritt schneller und präziser klappt, zeigt ein sogenannten Schweißkantenformer.

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Auf Basis geometrisch gleichförmiger Schweißkanten, die mit dem Schweißkantenformer TKF 1500 von Trumpf erzeugt werden können, gelingen den zertifizierten Huhle-Facharbeitern perfekte Schweißnähte.
Auf Basis geometrisch gleichförmiger Schweißkanten, die mit dem Schweißkantenformer TKF 1500 von Trumpf erzeugt werden können, gelingen den zertifizierten Huhle-Facharbeitern perfekte Schweißnähte.
(Bild: Trumpf)

Vor über 100 Jahren wurde Huhle Stahl- und Metallbau in Wiesbaden gegründet und wuchs besonders in den letzten fünf Jahren. Mit heute 110 Mitarbeitern erwirtschaftet Huhle rund 15 Mio. Euro. Der Erfolg, so Geschäftsführer Günter Huhle, erklärt sich aus der gute Qualifikation der Mitarbeiter: Rund 60 % von ihnen haben eine duale Ausbildung bei Huhle genossen. Viele davon haben zusätzliche Zertifikate und sind sogar Meister, Techniker oder Ingenieur geworden.

Präsentationsplattform in Stahl und Glas

Die weitreichende Qualifizierung ermöglicht es Huhle, von der Planung bis zur Fertigstellung alle Aufgaben als Generalunternehmer zu übernehmen und zahlreiche Branchen zu bedienen. „Weil etwaige Wirtschaftsabschwünge selten alle Branchen in gleichem Maße treffen, sind wir auf diese Weise relativ krisensicher“, ergänzt der Ingenieur.

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Das Know-how und der gute Ruf von Huhle brachten die Generalunternehmerschaft beim Bau des 25 m hohen Kion Towers ein, einem voll verglasten Präsentationsturm, der es dem Marktführer für Gabelstapler ermöglicht, bis zu acht Fahrzeuge in Sichtweite des Frankfurter Flughafens auszustellen.

Rund 150 unterschiedlich lange Schweißnähte

Die von Huhle gemeinsam mit Kion durchgeführte Planung des Gebäudes war ebenso anspruchsvoll wie die Ausführung. Huhle-Projektleiter Markus Dann beschreibt: „Dieser Turm ist so schön wie komplex und hat uns durchgängig gefordert – von den Tiefbauarbeiten bis hin zum Kransystem.“ Über Seilzüge lassen sich die Stapler in jeweils eines der vier Stockwerke befördern. Wichtig dafür ist laut dem Metallbaumeister unter anderem eine verfahrbare H-Traverse, durch die sich die unterschiedlichen Schwerpunkte der Stapler ausgleichen lassen.

Der große Glasanteil (knapp 30 t Gesamtgewicht) erfordert zudem eine extrem stabile Stahlrahmen-Konstruktion, die 60 t wiegt und durch zahlreiche Verschraubungen und rund 150 unterschiedlich lange Schweißnähte zusammengehalten wird. Zertifiziert nach DIN EN 1090 in höchster Ausführungsklasse EXC4 (execution class) für Stahl, erfüllt das Wiesbadener Unternehmen alle erforderlichen Auflagen für solch anspruchsvolle Stahbauwerke.

Schneller zur perfekten Oberfläche

Hochfeste Schweißnähte spielen hierbei eine wichtige Rolle. Die Basis dafür liegt in deren Vorbereitung, stellt Metallbaumeister Sebastian Feiler, Fertigungsleiter Schweißtechnik bei Huhle, fest und ergänzt: „Die Oberfläche der Kante muss oxydfrei und geometrisch gleichförmig sein. Mit unserem Schweißkantenformer Trutool TKF 1500 erreichen wir das schnell, zuverlässig und ohne große Kraftanstrengung.“

Seit Mitte 2016 setzen die Mitarbeiter von Sebastian Feiler das Trumpf-Werkzeug ein und erzeugen damit inzwischen rund 90 % der Schweißkanten. Einzig besonders große Fasen, die über dem Maximum des TKF 1500 liegen (> 15 mm Fasenlänge), werden auf stationären Anlagen gefräst oder gesägt.

Die früher häufig eingesetzten Brennschneider und Winkelschleifer haben bei Huhle aufgrund diverser Nachteile ausgedient. Beim Brennen bleibt stets eine Zunderschicht auf der Kante, die danach mit einem Bandschleifer entfernt werden muss, um eine entsprechende Schweißqualität zu erreichen. Der Zeitaufwand ist dementsprechend hoch. Mit Winkelschleifern gehe es laut Feiler auch nicht viel schneller und die Gleichmäßigkeit der Kante hänge stark von der Tagesform des Mitarbeiters ab. Darüber hinaus sei der starke Funkenflug äußerst unangenehm.

Stets gleichmäßige und blanke Kanten

All diese Probleme gibt es mit dem TKF 1500 nicht. Sebastian Feiler dazu: „Dieses Gerät erzeugt stets geometrisch gleichmäßige, metallisch blanke Kanten, die nicht nachgearbeitet werden müssen. So sind wir mehrfach schneller als mit anderen Verfahren und haben immer beste Voraussetzungen für perfekte Schweißnähte, die alles halten, was sie versprechen.“

Das Trumpf Werkzeug sei zwar „kein Schnäppchen“, aber die Investition lohne sich laut dem Fertigungsleiter allemal. Denn neben den bereits erwähnten Vorteilen zeichnet sich das Gerät durch große Flexibilität aus. So lässt es sich etwa zur Bearbeitung von kleinen Bauteilen wie Kopfplatten fest in eine Halterung einspannen. Dann nehmen die Schweißprofis von Huhle das Werkstück in die Hand und führen es durch das Werkzeug. Sind die zu bearbeitenden Bleche oder Profile groß und schwer, geht es auch andersrum. Dann gehen die Mitarbeiter mit dem TKF 1500 ans Werkstück.

„So war das auch beim allerersten Einsatz dieses Werkzeugs“, erinnert sich der Metallbaumeister. Es galt, für einen Pavillon an mehreren 8 m langen Kreissegmenten immer im Abstand von 200 mm eine 200 mm lange Schweißnaht anzubringen. Feiler ergänzt: „Wir hatten mit Winkelschleifern begonnen, die Kanten zu erzeugen. Dabei wurde mir klar, dass damit mehrere Mitarbeiter tagelang beschäftigt sind.“ Doch dann wurde man auf den Schweißkantenformer von Trumpf aufmerksam: Letztlich schaffte es nur ein Kollege, die 144 einzelnen Schweißkanten in wenigen Stunden erzeugen, weil sich das Gerät an jeder beliebigen Stelle einfach an- und absetzen lässt und dabei schnell arbeitet.

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