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Simulation gibt Aufschluss über Machbarkeit
Hintergrund dieser Entscheidung ist die Tatsache, dass oben auf dem Gussteil ein Speiser positioniert wird, der den Steg und die Befestigungslasche für das Spannschloss „dichtspeisen“ soll. Um einen Transport von flüssigem Metall in diese Lasche bis zum Ende der Erstarrung zu gewährleisten, darf der Steg nicht zu früh erstarren. Sonst entstehen in der Lasche Lunker (Bild 4 links). Wird der Steg mit größerem Querschnitt ausgeführt, werden porenfreie Gussteile gefertigt (Bild 4 rechts).
Die Simulation der Formfüllung und der Gussteilerstarrung hilft heute, kritische Designmerkmale an einem Gussteil zu identifizieren und unter Berücksichtigung der Bauteilfunktion gemeinsam mit dem Kunden entsprechende Alternativen zu entwickeln. So kann ein Bauteil nicht nur bezüglich der Funktion, sondern auch im Hinblick auf einen rationellen Fertigungsprozess optimal gestaltet werden.
Kunde und Gießerei müssen eng zusammenarbeiten
Von einer engen Zusammenarbeit zwischen Kunden und Gießerei profitieren beide Seiten. Änderungswünsche des Lieferanten werden zu einem Zeitpunkt berücksichtigt, zu dem sie sich noch mit vertretbarem Aufwand umsetzen lassen, ohne dass eine Änderungskette die nachfolgenden Prozessschritte durchzieht. Die Gießerei wird im Gegenzug mit einem Bauteil konfrontiert, bei dem bereits bei der Konstruktion die Fragen der Fertigungstechnik berücksichtigt wurden, was einen deutlich reibungsloseren Serienstart und ein stabileres Qualitätsniveau ermöglicht.
Dr. Christine Bartels ist F&E-Leiterin bei der Claas Guss GmbH am Standort Gütersloh; Johannes Beckmann ist Projektingenieur im Bereich Product Engineering im selben Unternehmen.
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