Produktion rollt an KNDS will noch 2026 Patria-Transportpanzer vom Band laufen lassen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Das Rüstungsunternehmen KNDS aus dem saarländischen Freisen will bereits Ende diesen Jahres erste Patria-Transportpanzer an die Bundeswehr ausliefern.

So sieht der für die Bundeswehr vorgesehene und noch von Patria in Finnland gefertigte Transportpanzer aus, der den Fuchs ersetzen soll. KNDS übernimmt die Produktion für die Bundeswehr noch in diesem Jahr, was einen Push für die Arbeitssituation im Saarland bedeutet ...(Bild:  Patria)
So sieht der für die Bundeswehr vorgesehene und noch von Patria in Finnland gefertigte Transportpanzer aus, der den Fuchs ersetzen soll. KNDS übernimmt die Produktion für die Bundeswehr noch in diesem Jahr, was einen Push für die Arbeitssituation im Saarland bedeutet ...
(Bild: Patria)

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte Ende 2025 das finnische Rüstungsunternehmen Patria beauftragt, den Transportpanzer zu bauen. Vor kurzem unterzeichneten dann die Finnen und KNDS einen Rahmenvertrag für den Bau der Radpanzer für die Bundeswehr. Die Transportpanzer vom Typ Patria kommen bis zum Herbst aber noch aus finnischer Produktion, werden aber in Freisen mit speziellen Rüstsätzen nach Bundeswehr-Vorgaben ausgestattet und endmontiert, wie der Geschäftsführer der KNDS Deutschland Maintenance GmbH, Christoph Cords, erklärt. Parallel baue man die komplette Serienfertigung auf. Und Ende 2027 werden dann die ersten Patrias, die vollständig in Freisen gebaut worden sind, ausgeliefert. Insgesamt geht es um zunächst rund 900 Panzer im Gesamtwert von rund zwei Milliarden Euro. Etwa 350 hat die Bundeswehr laut Cords fest bestellt. Weitere rund 550 sollten folgen. Bis 2040 stehe eine Stückzahl von 2.500 bis 3.000 zur Debatte.

Vom Instandsetzer zum Radpanzerbauer

„Das ist für uns eine große Sache“, kommentierte Cords im Gespräch mit der dpa. Bisher kümmerte man sich lediglich darum, Militärfahrzeuge – vor allem der Bundeswehr – zu warten, zu reparieren und hochzurüsten. In den KNDS-Hallen finden sich deshalb Schützenpanzer vom Typ Puma, aber auch Leopard bis Marder sowie Radfahrzeuge (Boxer, Dingo, Fuchs und Fennek). Allein 2025 seien 700 Fahrzeuge instandgesetzt worden. Mit dem Patria entwickele sich KNDS dann von einem Systeminstandsetzer zu einem Produktionsbetrieb für gepanzerte Radfahrzeuge. Vor allem bedeute der Großauftrag Wachstum! Denn neben der Serienproduktion stehe eine regelmäßige Instandsetzung der Radpanzer auf der Agenda. „Sie kommen dann alle zwei bis vier Jahre wieder zur Wartung zu uns“, wie Cords anmerkt. Denkbar sei, dass in Freisen künftig auch für andere Länder produziert werde.

KNDS investiert fast 100 Millionen Euro

Deshalb wird die Fläche in Freisen auch erweitert. Noch dieses Jahr gebe es den Spatenstich für den Bau von zwei neuen Hallen für Stellplätze. Diese sollten Anfang bis Mitte 2028 fertig sein, so die Planungen. Die Produktion des Patria werde in eine bereits bestehende Halle einziehen. Weitere Flächen zum Ausbau gebe es bereits. Insgesamt investiere KNDS bis 2035 knapp 100 Millionen Euro in den Standort. Der Patria soll in Zukunft den bisherigen Transportpanzer Fuchs ablösen. Das Fahrzeug werde zunächst in vier verschiedenen Varianten gebaut, wie Cords sagte. Denn die Produktion des Transportpanzers ist im Rahmen des multinationalen Common Armoured Vehicles System (CAVS)-Programm beschlossen worden, an dem insgesamt sieben Ländern in Europa beteiligt sind. Spannend sei auch noch, welchen Namen der Patria mal bekommt, so Cords, denn fast alle Fahrzeuge bei der Bundeswehr haben Tiernamen. Man sei zudem dabei, Unterlieferanten für die Serienproduktion im Saarland, aber auch bundesweit zu finden, sagte Cords. Beispielsweise für Hydraulik, Elektrik und Abgasrohre. „Je mehr wir qualifizieren können, desto mehr Wertschöpfung bleibt in Deutschland“, meint Cords dazu.

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