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Schraubtechnik Know-how für echte Schraub-Schwerarbeiten

| Autor / Redakteur: Klaus Rodemann / Peter Königsreuther

Das Thema Verschraubung klingt zunächst einfach – das ist es aber nicht immer: Ein Schraubspezialist sah sich jüngst vor die Aufgabe gestellt, eine Windkraft-Prüfanlage mit meterlangen Schrauben in einem neuen Test-Center der RWTH Aachen sicher zu verankern.

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Schrauben wie im Land der Riesen: Plarad entwickelte für einen einzigartigen Windkraft-Prüfstand der RWTH in Aachen eine spezielle Verschraubungsmöglichkeit für wahre Schrauben-Giganten.
Schrauben wie im Land der Riesen: Plarad entwickelte für einen einzigartigen Windkraft-Prüfstand der RWTH in Aachen eine spezielle Verschraubungsmöglichkeit für wahre Schrauben-Giganten.
(Bild: Plarad)

Der Schraubspezialist Plarad und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen treiben gemeinsam die Windkraftanlagen-Forschung voran:

Im neuen Center for Wind Power Drives (CWD) haben Spezialisten von Plarad den ersten Prüfling mit 2 m langen Schrauben im Fundament verankert – vor den neugierigen Augen der Institutsmitarbeiter. Jetzt sorgt der weltweit einzigartige Prüfstand für Aufsehen. Denn darin können die Anlagenhersteller ihre bis zu 100 t schweren Windgondeln, die die riesigen Generatoren beherbergen, unter Laborbedingungen testen.

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Zwei Meter lange Schrauben-Giganten fest im Griff behalten

Die Aufgabe war auch für den Verschraubungsexperten Plarad alles andere als alltäglich. Im Center for Wind Power Drives in Aachen galt es, den großen Prüfling auf dem weltweit einzigartigen 4-MW-Prüfstand für Windkraftanlagen zu verankern. Das CWD trat mit der Herausforderung an Plarad heran, Stützen im Fundament festzuschrauben, die den gewaltigen Kräften eines laufenden Antriebsstrangs einer Windkraftanlage standhalten sollten. Den Plarad-Experten war klar: Dafür sind M100-Schrauben notwendig, die einen Schraubenkopf mit einer Schlüsselweite von 145 mm haben und 2 m lang sind. Festziehen lassen sie sich nur mit Schraubern, die ein Drehmoment von mindestens 40.000 Nm erreichen.

Plarad entwickelte daraufhin ein echtes Schrauberunikat mit passender CAD-Software. Auf die spezielle Verschraubungsaufgabe musste sich Plarad zunächst vorbereiten – ein Teil des Service, den das CWD von Anfang an zu schätzen wusste. Die Plarad-Entwicklungsabteilung begann vor rund einem halben Jahr, erste Ideen zu Papier zu bringen, wie ein adäquater Schrauber für diese Aufgabe aussehen könnte. Ein Problem beherrschte die Gedanken: Rund um die Schrauben war kaum Platz für dieses Gerät. In Abstimmung mit den CWD-Ingenieuren erstellte die Entwicklungsabteilung deshalb mit einer CAD-Software (Computer Aided Design) zuerst ein 3D-Modell des Schraubfalls. Auf dieser Basis konnte sie für diese anspruchsvolle Verschraubung spezielle Adaptionen entwickeln, die den Spezialschrauber zu einem Unikat gemacht haben.

Verschraubungs-Premiere mit nützlichem Nebeneffekt für Forscher

Nun galt es, das Anziehen der Schrauben zu meistern, wofür ein Hydraulikaggregat XB 2-Z, das mit 800 bar Druck arbeitet, genutzt wurde. Im vierten Quartal 2014 begann Plarad dann, „starkes Geschütz“ in Aachen aufzufahren. Die erste Lieferung umfasste aber lediglich handliche, hydraulische Drehmomentschrauber, wie den MX-EC 75 TS mit einem maximalen Drehmoment von 7500 Nm. Damit montierten die Plarad-Experten einzelne Teile des Prüfstandes. Später kam dann schließlich der benötigte Hydraulikschrauber FSX 45-145 zum Einsatz, den ein Kran in die richtige Position bringen musste.

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