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Werkzeugmaschinen Knuth steigt mit „Stahlwerk“ ein in die Premiumliga

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Vor nicht allzu langer Zeit ging die neue Website „Stahlwerk“ von Knuth online. Darauf zu finden sind überraschend neue Töne des Komplettanbieters, der nun zusätzlich zu seiner günstigen Budget-Line den Schritt ins Premiumgeschäft wagt.

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Karsten Knuth ist Geschäftsführer der Knuth Werkzeugmaschinen GmbH.
Karsten Knuth ist Geschäftsführer der Knuth Werkzeugmaschinen GmbH.
(Bild: Knuth)

Knuth Werkzeugmaschinen ist dem Gros der Branche bekannt als Anbieter preisgünstiger Werkzeugmaschinen. Mit der unlängst eingeführten CNC-Premium-Line „Stahlwerk“ soll sich das nun ändern. Geschäftsführer Karsten Knuth erklärt, was es mit den hochwertigen CNC-Maschinen auf sich hat.

Betrachtet man den Werdegang von Knuth: Ist der Schritt ins Premiumsegment eine logische Konsequenz?

Die logische Konsequenz ist bedingt durch die Entwicklung am Markt. Zunehmend werden von den Kunden individuell konfigurierte Maschinen angefragt. Zudem schildert der Kunde sein Problem und fragt nach einer Lösung. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, zu unserer Budget-Line, für die wir seit Langem bekannt sind, auch ein Premiumsegment einzuführen.

Das heißt konkret? Was beinhaltet dieses Premiumsegment?

Es enthält zum Beispiel 82 unterschiedliche CNC-Drehmaschinen und Bearbeitungszentren aus Korea, für die wir jeweils 70 Optionen anbieten können. Das heißt, dass wir in diesem Segment konkret in die Tiefe gehen können und damit die Ansprüche, die Kunden heute entwickeln, und die Probleme, mit denen wir konfrontiert werden, über dieses Maschinenspektrum abdecken können.

Neben koreanischen Maschinen fallen demnach noch weitere Maschinen in das Premiumsegment?

Vor knapp fünf Jahren haben wir eine eigene Fertigung für Schneid-, Plasma-, Laser- und Wasserstrahl-Schneidmaschinen aufgezogen, die wir in diesem Jahr recht erfolgreich verkauft haben. Diese Maschinen „made in Germany“ gehören ebenfalls in das Premiumsegment.

Wie viel Zeit hat der Prozess – von der Idee bis zum Onlinegang der Stahlwerk-Website – in Anspruch genommen?

Wir haben länger als ein Jahr daran gearbeitet, um im Internet und in Prospekten einen vernünftigen Auftritt zu generieren. Durch die Vielfalt der Modelle und der Optionsvarianten war zunächst ein unheimlich hoher Systematisierungsbedarf vorhanden, sodass wir alles in eine Systemstruktur bringen mussten, um es den Kunden und Verkäufern so anschaulich wie möglich machen zu können. Verbunden mit dieser Problemlösung ist, dass wir auch einen gewissen Grad der Automatisierung anbieten und demnach auch Spannsysteme zu diesen Maschinen.

Ihr Partner dabei ist ein Koreaner, bewusst?

Wir sehen Potenzial für unser Premiumsegment bei Abnehmern aus der Zulieferindustrie für Automobile und der mechanischen Fertigung. Und auf beiden Gebieten ist Korea sehr stark. Daher kam der Impuls, in Korea gezielt nach Werkzeugmaschinenherstellern zu suchen. Gerade was die Automobilindustrie betrifft, war ich der Meinung, dass Koreaner auch in Hinblick auf Werkzeugmaschinen kompetente Partner sein müssen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Unser koreanischer Partner ist ein Unternehmen, das mit namhaften koreanischen Marken gefertigt und darüber eben auch entsprechendes Know-how gesammelt hat, welches er uns über die Lieferung von OEM-Produkten zur Verfügung stellt. Der Erstkontakt kam damals vor fünf Jahren auf der IMTS zustande. Damals war es noch so, dass sie nicht wirklich nach einem Partner in Deutschland gesucht haben. Auf der EMO vor zwei Jahren haben wir uns dann erneut gemeinsam in eine Diskussion begeben und sind dann durchaus aufgeschlossener empfangen worden.

Man verband Sie bislang mit „billigen“ Maschinen. Wie passt das zusammen?

Wir verkaufen zwar preiswerte Maschinen, aber keine billigen. Wir haben immer Wert darauf gelegt, dass unsere Budget-Line einfache Maschinen enthält zu günstigen Preisen, wir sind zudem nie die Günstigsten am Markt gewesen. Auch qualitativ sind wir in diesem Bereich bei einfachen Maschinen eher im gehobenen Segment angesiedelt. Um uns von den kostengünstigen Maschinen aus der Budget-Line abzuheben, sind wir im Moment dabei, eine sogenannte Standard-Line einzufügen. Die Standard-Line wird dann keine chinesischen, sondern taiwanesische Produkte enthalten. Ein Segment, das zwischen den beiden Extremen sein soll.

Was hat es mit dem Namen „Stahlwerk“ auf sich?

Der Name „Stahlwerk“ für die Premiumline ist gewissermaßen mein Werk. Ich wollte natürlich einen deutsch klingenden Namen für diese Maschinenlinie wählen, so wie Volkswagen im Ausland mit „Das Auto“ auftritt. Daher kam ich auf den Namen Stahlwerk.

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