Druckluft-Analyse zeigt umfangreiche Einsparpotenziale auf
Bei einer Analyse des Druckluftnetzwerkes können Einsparpotenziale aufgedeckt werden:
Die Wartungsintervalle der Anlagen zur Drucklufterzeugung und deren Reinigung sollten unbedingt eingehalten werden. Zugesetzte Filter erfordern einen erhöhten Druck, um den Druck in den Leitungen zu garantieren, was wiederum Mehrkosten bei der Produktion generiert [1].
Die entstehende Wärme bei der Komprimierung der Druckluft kann per Wärmerückgewinnung genutzt werden, um so beispielsweise im Winter Büros zu heizen [8].
Der Betriebsdruck der Verbraucher sollte nicht überschritten werden. Ist der Druck höher als benötigt, wird die überschüssige Druckluft nicht einfach nur durchgeschleust, sondern es kann auch zu Defekten in den einzelnen Maschinen kommen [4].
Substitution von Druckluftwerkzeugen, wenn möglich, zu elektrisch betriebenen Werkzeugen. Wie das vorangestellte Beispiel gezeigt hat, ist es durchaus sinnvoll, Elektrowerkzeuge zu verwenden. Die Betriebskosten bei diesen sind in der Regel deutlich geringer.
Bekannte leckageanfällige Stellen wie Schnellverbindungen und Rohranschlüsse sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Serviceeinheiten im Druckluftnetzwerk, deren Funktion Filtern und Schmieren der Luft ist, sollten regelmäßig überprüft werden. Das Druckablassventil dieser Einheit kann verschmutzen und so permanent geöffnet sein, wodurch unnötig Luft entweicht.
Für Anwendungen, an denen Druckluft als Kühlmedium eingesetzt wird, bieten sich entsprechende Aufsätze für Schläuche an. Diese nutzen mittels Riefen in der Oberfläche den Coanda-Effekt und reißen dabei noch Umgebungsluft mit.
Die Mitarbeiter sollten regelmäßig im Umgang mit Druckluft geschult werden.
Eine Onlinemessung mit mehreren Messpunkten im gesamten Netz sollte in Betracht gezogen werden.
Zu Reinigungszwecken sollte das Druckluftnetzwerk geneigt und an der tiefsten Stelle eine Abflussleitung mit Magnetventil installiert sein. Bei einem Druckluftring wird ein Neigungswinkel von 1,5 bis 2° empfohlen [4].
[8] Erwin Ruppelt, Michael Bahr (2010): Das System als Ganzes sehen, in: Chemie, Anlagen + Verfahren. Special 2010.
* Peter M. Kunz ist Unternehmensberater und Professor an der Hochschule Mannheim in 68163 Mannheim, Simon Erbach war Student an der Hochschule Mannheim, Dr. Marcus Kattwinkel ist Direktor von Thyssen-Krupp Mexico San Luis Potosi