Kraftpaket für Werkzeugbauer

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Komplett Fertigen bei kurzen Durchlaufzeiten - diese Kundenforderung hat Depo auch bei der Entwicklung seines neuen horizontalen Gantry-Bearbeitungszentrums konsequent umgesetzt....

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Komplett Fertigen bei kurzen Durchlaufzeiten – diese Kundenforderung hat Depo auch bei der Entwicklung seines neuen horizontalen Gantry-Bearbeitungszentrums konsequent umgesetztBisher mussten die Verkaufsprofis von Depo immer abwinken, wenn Kunden mit der Beschaffung eines horizontalen Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentrums liebäugelten, hatten sie doch nur vertikale Maschinen in ihrem Produktportfolio. Das hat sich nun geändert. „Mit unserem horizontalen Gantry-Bearbeitungszentrum Depo HM 2516 zur Hochgeschwindigkeitszerspanung bieten wir ein dynamisches ‚Kraftpaket‘ zur Bearbeitung von Formen und Gesenken“, freut sich Heinz Deitert, geschäftsführender Gesellschafter der Marienfelder Depo GmbH & Co. KG, über das jüngste und größte Mitglied seiner Produktfamilie. Die Maschine mit Verfahrwegen in X-, Y- und Z-Achse von 2500, 1600 und 800 mm gibt es in drei Varianten (HC, HM, HF) mit drei bis sieben Achsen. Dieser „Familienzuwachs“ ergänzt folgerichtig die Baureihen der vertikalen Bearbeitungszentren Depo Cut, Depo Mill, Depo Speed und Depo Jet. Das Paket, das Depo, nach eigener Aussage einziger Systemlieferant für Werkzeug-, Formen- und Gesenkbauer, schnüren kann, ist nun komplett, angefangen von Fräswerkzeugen über das CAD/CAM-System Depo CAM und die Messsoftware Depo Inspect bis hin zu Horizontal- und Vertikal-Bearbeitungszentren.Deitert hat seit seiner Gründung von Depo im Jahr 1987 vor allem die Belange von Werkzeug- und Formenbauer im Blick, in den ersten Gründerjahren zunächst eingeschränkt auf Fräswerkzeuge. Weil damals seiner Auffassung nach die damalige Frästechnologie in puncto Leistung viel zu wünschen übrig ließ, entwickelte er eine System von Fräswerkzeugen, mit dem Werkzeugbauer das große Leistungspotenzial moderner CNC-Fräsmaschinen nutzen konnten. In relativ kurzer Zeit konnte sich Depo mit seinen Werkzeugen am Markt etablieren. Dieser Erfolg weckte Deiterts Ehrgeiz, sein Unternehmen sollte mehr sein als „nur“ Werkzeuglieferant, im Blick hatte er dabei die Prozesskette. So startete Depo im Jahr 1996 die Entwicklung von Vertikal-Bearbeitungszentren. Messsoftware und CAD/CAM-System folgten. Aufgrund seines branchenspezifischen Know-hows versteht sich Depo mehr als „Unternehmensberater“ in Sachen Prozessoptimierung im Werkzeug- und Formenbau. „In den Gesprächen mit unseren Kunden geht es uns auch darum, das enorme Rationalisierungspotenzial aufzuzeigen, das durch eine Optimierung der Prozesskette erschlossen werden kann“, so Deitert. Häufig, so seine Erfahrung, lassen sich so die Herstellkosten um 30% und mehr senken: „Das behaupten wir nicht nur, sondern beweisen das unter Span im eigenen Vorführzentrum.“Natürlich standen auch bei der Entwicklung des Horizontal-Bearbeitungszentrums die Anforderungen, die Werkzeugbauer an Bearbeitungszentren stellen, im Vordergrund, nämlich Komplettbearbeitung und kurze Durchlaufzeiten, hohe dynamische Steifigkeit und flottes Tempo beim Bearbeiten, sowohl von Einzelteilen als auch Serienteilen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Optisch unterscheidet sich die Maschinenkonzeption von üblichen Bearbeitungszentren. Augenfälliges Merkmal sind die offene Gestaltung der Maschinen-Vorderseite, die freien Zugang zum Arbeitsraum gibt, und der Dreh-Verschiebetisch mit einer Aufspannfläche von 2100 mm x 2100 mm, der eine Belastung bis 25 t verkraftet. Dieser Tisch wird zum großen Teil ins Fundament versenkt - seine Oberfläche überragt den Boden der Werkshalle nur wenige Zentimeter. Die Werkstücke werden vor einen Würfel gespannt.Für flottes Tempo beim Bearbeiten, vom Schruppen mit hoher Zerspanleistung bis hin zum Fertigschlichten in einer Aufspannung sorgen Gantry-Bauweise, Verfahrgeschwindigkeiten in allen Achsen von 30 m/min bei Beschleunigungen bis zu 3 m/s2, ebenso wie hochtourige Spindeln mit Drehzahlen bis 14000 min-1 (HSK-80-Spindel, 170 Nm bei 100% ED) und Drehmomente bis 360 Nm (HSK-100-Spindel, 100% ED). Viele Optionen ermöglichen weitgehend maßgeschneiderte Maschinen, sei es hinsichtlich der Tisch- und Spannwürfelgröße, des Fräskopfes oder der Spindel.Nicht minder wichtig sind Merkmale, die nicht auf den ersten Blick erkenntlich sind, beispielsweise das thermische Verhalten. Auch in dieser Hinsicht lässt das Bearbeitungszentrum keine Wünsche offen, wie Deitert betont: „Der thermostabile Maschinenaufbau gewährleistet bei sich ändernden thermischen Bedingungen eine gleich bleibend hohe Bearbeitungsgenauigkeit.“ Sieben solcher Bearbeitungszentren, so Deiterts Vorgabe an seine Verkaufsmannschaft, sollen in diesem Jahr Einzug halten in Werkhallen von Werkzeugbauern.Potenzielle Kunden, für die die HM 2516 zu groß ist, und die es gern eine Nummer kleiner hätten, müssen sich nur noch kurz gedulden, denn die Marienfelder entwickeln bereits ein kleines Horizontal-Bearbeitungszentrum, das im Juli dieses Jahres in Betrieb geht.

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