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Engel auf der K 2019

Kreislaufwirtschaft mit Skinmelt-Verfahren in Schwung bringen

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die Kunststoffindustrie will zur Nachhaltigkeit beitragen. Der K-Aussteller Engel zeigt deshalb ein spezielles Kunststoffverarbeitungs-Verfahren, das aus Polymerabfällen wieder Brauchbares macht. Halle 15 am Stand C58.

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Diese Transportboxen aus Polypropylen stellen aufgrund ihrer Geometrie hohe Anforderungen an das Sandwichspritzgießen. Engel gelingt mit dem sogenannten Skinmelt-Verfahren dennoch ein sehr hoher Rezyklatanteil von über 50 % im Inneren der Wandungen. Die Produktion der Boxen wird auf der K 2019 live in Halle 15 am Stand C58 vorgeführt.
Diese Transportboxen aus Polypropylen stellen aufgrund ihrer Geometrie hohe Anforderungen an das Sandwichspritzgießen. Engel gelingt mit dem sogenannten Skinmelt-Verfahren dennoch ein sehr hoher Rezyklatanteil von über 50 % im Inneren der Wandungen. Die Produktion der Boxen wird auf der K 2019 live in Halle 15 am Stand C58 vorgeführt.
(Bild: Engel)

Sandwichbauteile mit einem Kern aus aufbereiteten Kunststoffabfällen sind nach Meinung vieler Experten ein wichtiger Schlüssel zur polymeren Kreislaufwirtschaft. Mit dem Verfahren Skinmelt sei es nun möglich, auch bei komplexen Bauteilgeometrien hohe Rezyklatanteile im Teil einzusetzen. Wie wirtschaftlich sich damit produzieren lässt, demonstriert das Unternehmen in Düsseldorf.

PP als Rezyklat und Neuware

Im neuen Engel-Skinmelt Verfahren wird man, wie es heißt, Engel-Transportboxen produzieren. „Die Transportboxen stellen aufgrund ihrer Geometrie für das Sandwichspritzgießen eine besondere Herausforderung dar“, macht Prof. Dr. Georg Steinbichler, Leiter Forschung und Entwicklung Technologien von Engel Austria, deutlich. Steinbichler betont: „Wir erreichen einen Rezyklatanteil von über 50 %.“ Bei beiden Materialien, also Rezyklat und Neuware, handele es sich um das teilkristalline Polyolefin Polypropylen (PP). Die so erreichte Sortenreinheit stelle sicher, dass auch die Sandwichprodukte am Ende ihrer Nutzungsdauer wieder leicht recycelt werden können.

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Neue „Fassade“ mit altem Kern

Im Gegensatz zur klassischen Coinjektion werden im Skinmelt-Verfahren die beiden Schmelzen bereits vor dem Einspritzen zusammengeführt, heißt es weiter. Als erstes erreicht das Hautmaterial (die Neuware) die Kavität. Diese wird vom nachströmenden rezyklierten PP von innen verdrängt und an die Wandung der Kavität gepresst, während sich der Kern mit Rezyklat füllt, erklärt Engel. Der erzielbare Rezyklatanteil, heißt es, wird im Kern wesentlich von der Formteilgeometrie und dem Füllbild der Kavität beeinflusst. Dabei spiele die gewählte Anspritzposition und das Viskositätsverhältnis von Haut- und Kernmaterial eine große Rolle.

Auf „schmalem Fuß“ die Umwelt schonen

Um auch bei einem hohen Rezyklatanteil die Stabilität und Maßhaltigkeit des Produkts sicherzustellen, ist eine hohe Reproduzierbarkeit ein Muss, merkt der Aussteller an. Engel habe dafür eine besonders kompakte Fertigungsanlage auf Basis einer duo-Zweiplatten-Spritzgießmaschine entwickelt. Bei der auf der K präsentierten Maschine des Typs duo 3660H/1560W/450 combi befindet sich laut Engel die zweite Plastifiziereinheit für das Hautmaterial in relativ spitz abgewinkelter Position oberhalb der horizontalen Spritzeinheit, in der das Rezyklat aufgeschmolzen wird. Dieses Konzept gilt als besonders platzsparend. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Engel-Lösung sei die übersichtliche Visualisierung und Animation des Gesamtprozesses in der CC300-Steuerung der Spritzgießmaschine: Das Mischungsverhältnis lässt sich so besonders einfach einstellen und damit der Rezyklatanteil optimieren.

Gelbe Tonne und gelber Sack als Materialquellen

Engel hat dieses Exponat nicht alleine aus der Taufe gehoben: Das Werkzeug stammt vom Formenbauspezialisten für Lager- und Logistikcontainer Haidlmair, der die auf der K produzierten Transportboxen für die Intralogistik im eigenen Haus nutzen werde. Für das Rezyklat arbeitet man zusammen mit dem Grünen Punkt – Duales System Deutschland (DSD), der branchenweit anerkannte Standards gesetzt hat, um die Nutzung von Rohstoffen aus Post-Consumer-Sammlungen möglich zu machen, wie Engel sagt. Das PP-Regranulat der Marke Systalen stammt aus Haushaltsabfällen, die im Gelben Sack respektive der Gelben Tonne gesammelt, sortiert und sortenrein aufbereitet wurden. „Rezyklate deutlich stärker einzusetzen, ist die Voraussetzung dazu, dass Kunststoffe in geschlossenen Kreisläufen gehalten werden können“, so die Meinung von Steinbichler.

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