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Engel auf der K 2016

Kunststoffverarbeitung mit „Nase-vorn-Effekt“

| Redakteur: Peter Königsreuther

Engel für den Automotive-Sektor: Die neue Engel easicell integriert auf kompakter Fläche Robotertechnik sowie dem Spritzguss vor- und nachgelagerte Prozesseinheiten, wie es heißt.
Engel für den Automotive-Sektor: Die neue Engel easicell integriert auf kompakter Fläche Robotertechnik sowie dem Spritzguss vor- und nachgelagerte Prozesseinheiten, wie es heißt. (Bild: Engel)

Mit gesteigerter Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Qualitätskonstanz will Engel den entscheidenden Vorsprung in den internationalen Märkten, nicht nur für Anwender aus dem Automobil-, Medizin- und Verpackungssektor erreichen. „Be the first“ – heißt es deshalb bei Engel auf der K 2016 in Halle 15, Stand C58.

Auf der K 2016 vom 19. bis 26. Oktober in Düsseldorf wird Engel nach eigenen Angaben seinen Anspruch auf die Technologieführerschaft mit einer Vielzahl spannender Exponate einmal mehr unter Beweis stellen. Für die Zielbranchen Automotive, Teletronics, Technical Moulding, Packaging und Medical präsentiere der Spritzgießmaschinenbauer und Systemexperte mit Stammsitz in Schwertberg in Österreich, seine herausfordernden Anwendungen, die dank innovativer Prozesstechnologien, maßgeschneiderter Fertigungskonzepte und intelligenter Steuerungstechnik einen hohen Kundennutzen stiften sollen.

Runter mit den Stückkosten im Autobau

Decoject bringt Farbe, Struktur und Haptik ins Cockpit! Um für den Autoinnenraum eine hohe Oberflächenqualität mit viel Flexibilität für kleine Losgrößen und niedrigen Stückkosten zu vereinen, lösen IMD-Technologien immer häufiger das Lackieren ab. Mit der DecoJect Folienlösung zeigt Engel auf der K 2016 gemeinsam mit seinen Partnerfirmen den nächsten Entwicklungsschritt: Die Kombination von Spritzguss mit IMG (In-Mould-Graining) im Rolle-zu-Rolle-Prozess. Im Unterschied zu herkömmlichen IMD-Verfahren werde nicht einfach der Lack von der Folie aufs Bauteil übertragen, sondern die Folie wird ausgestanzt und verbleibt am Bauteil. Auf diese Weise kommen zusätzlich zu Farbe und Muster auch Oberflächenstruktur und Haptik ins Spiel, wie es heißt.

Am Messestand wird die Decoject-Technologie erstmals automatisiert auf einer Engel duo 5160/1000 anhand der Fertigung von Musterteilen, die großflächigen Türverkleidungen nachempfunden sind, präsentiert. Um das breite Spektrum der neuen Technologie aufzuzeigen, wird den Teile eine unterschiedliche Struktur verpasst, inklusive einer anspruchsvollen Ledernarbung, wie Engel sagt.

Sobald sich das Werkzeug öffnet und der Roboter das Fertigteil entnommen hat, wird die Decoject-Dünnfolie von Benecke-Kaliko mit Sitz in Hannover, einem Unternehmen des Technologiekonzerns Continental, eingezogen, vom im Greifer platzierten IR-Strahler aufgeheizt und mit Hilfe von Vakuum direkt im Spritzgießwerkzeug vorgeformt, erklärt der Aussteller. Unmittelbar darauf werde die Folie hinterspritzt und ausgestanzt, bevor der Roboter das Bauteil entnimmt und für den Feinbeschnitt zur integrierten Laserstation transferiert. Alle 60 s verlässt ein einbaufertiges Bauteil die Fertigungszelle. Ein Designwechsel erfordert nur wenige Minuten für den Austausch der Rolle. Damit macht sich die Losgröße nicht länger in den Stückkosten bemerkbar.

Polypropylen bleibt stabil

Weil die gewünschten Oberflächeneigenschaften wie Farbe, Struktur, Robustheit und Haptik über die Folie realisiert werden, erlaubt es das Verfahren, Polypropylen als günstigen und ungefärbten Standardkunststoff zu verwenden. Ein zusätzlicher Effizienzfaktor ist die Integration der Mucell Technologie von Trexel (Wilmington, MA, USA). Das Schaumspritzgießen reduziert sowohl das Bauteilgewicht als auch den Einsatz von Rohmaterial und Energie und liefert dennoch verzugsarme sowie dimensionsstabile Teile.

Erst die sehr enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit vieler Partnerfirmen hat die Decoject Technologie möglich gemacht. Außer Engel und dem Oberflächenspezialist Benecke-Kaliko sind am Projekt beteiligt: Georg Kaufmann Formenbau in Busslingen in der Schweiz, die Galvanoform Gesellschaft für Galvanoplastik im süddeutschen Lahr, der Heißkanalhersteller HRS-flow mit Stammsitz in San Polo di Piave, Italien, ICO System international coating in Lüneburg, Deutschland, und das Chemieunternehmen Borealis mit Stammsitz in Wien, das nicht nur das Rohmaterial liefert, sondern auch für die Moldflow-Analysen verantwortlich zeichnet. Zu den Herausforderungen bei der Entwicklung der neuen Technologie zählten unter anderem die Konstruktion eines IMG-Werkzeugs, welches den hohen Drücken des Spritzgießprozesses standhält, sowie die sehr feine Regelbarkeit der elektrischen Nadelverschlussantriebe.

Einfache Roboter-Integration

Mit seiner Automatisierungskompetenz leistet Engel einen wesentlichen Beitrag zur hohen Wirtschaftlichkeit und Flexibilität des Verfahrens. Ein Engel viper Linearroboter und ein Engel easix Sechsachsroboter übernehmen das Teilehandling. Der Engel easix ist gemeinsam mit der Laserstation für den Feinbeschnitt der Folien auf äußerst kompakter Fläche in einer Engel easicell integriert. Dank ihrem standardisierten, aber modularen Aufbau vereinfacht die Engel easicell die Integration von Robotern sowie der dem Spritzguss vor- und nachgelagerten Prozesseinheiten. Sie eignet sich unter anderem als Fertigungsmodul zur Laserbearbeitung (Schneiden und Kennzeichen), zum Auftrag von Polyurethan-Dichtungen, zur Oberflächenbehandlung zum Beispiel mittels Plasma sowie für weitere Automatisierungsaufgaben wie der Tray- oder Boxentransfer.

Neben dem platzoptimierten Aufbau bietet die Engel easicell dem Anwender weitere Vorteile. So sind sämtliche für den Gesamtprozess relevanten Steuerungen in eine CC300 Steuerung integriert. Als Stand-alone-Variante ist die Engel easicell mit einem eigenen 21"-Full-HD-Bedienpanel ausgestattet. Alternativ lässt sich die Zelle über das Panel einer Spritzgießmaschine bedienen und kontrollieren. Die steuerungstechnische Integration aller Komponenten garantiert eine durchgängige Bedienphilosophie und reduziert den Schulungsaufwand für das Bedienpersonal. Die Durchgängigkeit zeigt sich auch in der Berücksichtigung aller für die Einzelkomponenten geltenden gesetzlichen Vorgaben. Die gesamte Fertigungszelle wird mit CE-Zertifikat geliefert. Auf der K 2016 präsentiere Engel zum ersten Mal die von der Engel Automatisierungstechnik in Hagen, Deutschland, entwickelte Automatisierungszelle Engel eascell.

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