Anbieter zum Thema
Ebenfalls beträchtliches Einsparpotenzial brachte die Optimierung der Fertigung eines Hauptbremszylinders aus Aluminium. „Die Optimierung der NC-Programme, der Werkzeugwechsel, des Bearbeitungsablaufs, der Schnittwerte und der Werkzeuge führte in Summe zu einer jährlichen Einsparung von rund 186.000 Euro“, konkretisiert Sellmer.
Bei Änderung von Merkmalen Wechselwirkungen beachten
„Bei der ganzheitlichen Optimierung von Werkzeugen aufgrund der Anforderungen des Kunden müssen die einzelnen Parameter und ihre Wechselwirkungen berücksichtigt werden“, erklärt Dr. Stefan Sattel, Leiter Forschung und Entwicklung der Gühring OHG in Albstadt. So ergebe beispielsweise der Kegelmantelanschliff eine bessere Spanbildung und geringere Erwärmung als ein Zwei-flächenanschliff bei gerader Hauptschneide. „Sechs statt zwei Schneiden am Bohrwerkzeug reduzieren den Energieverbrauch“, nennt Sattel ein weiteres Beispiel.
Höhere Effizienz ermöglicht auch der neue Tiefbohrer HS-ELB, wie Wolfgang Klein, Geschäftsführer der TBT Tiefbohrtechnik GmbH + Co. in Dettingen an der Ems, erläutert: „Abhängig von der Größe des positiven Spanwinkels im Vergleich zum Standardspanwinkel null reduziert sich die Schnittkraft auf bis zu 72%.“ In bestimmten Fällen könne mit dem HS-ELB-Bohrer sogar das Erodierbohren ersetzt werden, was eine deutlich höhere Produktivität ergebe.
Einsatz von Stickstoff lohnt sich in vielerlei Hinsicht
Vor allem beim Zerspanen schwer zerspanbarer Werkstoffe setzt die entstehende Wärmebelastung der Leistungsfähigkeit der Werkzeuge relativ enge Grenzen. Stickstoff statt des üblichen Kühlschmierstoffs soll diese Grenze verschieben. Mit dieser sogenannten kryogenen Bearbeitung hat die MAG Europe GmbH in Göppingen gute Erfahrung gemacht, wie Vice President Technology Dr.-Ing. habil. Wolfgang Horn am Beispiel der Fünf-Seiten-Bearbeitung eines Blisks aus Titanium verdeutlicht: „Die Kühlung mit Stickstoff ergab eine 30% höhere Produktivität, 25% geringere Taktzeit sowie einen um 30% längeren Standweg des Werkzeugs.“ Zusätzlich habe sich das Spänerecycling vereinfacht.
(ID:32428340)