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Aus dieser Peripherie mit ihren Infrastrukturen für Wasserstoff, Erdgas, das überwiegend aus Methan besteht, oder Methanol — verflüssigtem Methan — ergeben sich oft mehr Komplikationen als bei der Energieumwandlung in der Brennstoffzelle; deshalb ist es naheliegend, bestehende Systeme zu nutzen wie in dem vom NIP geförderten Feldversuch, bei dem mit über 150 Haushalten am Erdgasnetz Brennstoffzellen-Heizsysteme erprobt werden — mit Zeithorizonten bis 2015. Solche stationären Anlagen könnten den Organisatoren zufolge „als erste die Marktreife erreichen“. In diesem internen „Rennen“ wurden allerdings auch mobile Anwendungen — das Auto — schon mal vorne gesehen oder portable Geräte wie jenes „Methanol-Handy“, das Pehnt schon 2002 kannte — als Prototyp.
Erste kommerzielle Produktlinie der Brennstoffzellenindustrie
Deutlicher als solche angeblichen „Leuchttürme“ ragen noch die Geräte der SFC Smart Fuel Cell AG, Brunnthal, heraus. Die Sonderstellung dieses Unternehmens wurde Mitte des Jahres bestätigt, als es den Market Leadership Award von Frost & Sullivan erhielt. Damit verbanden die Marktforscher ausdrücklich eine Anerkennung für „die erste kommerzielle Produktlinie der gesamten Brennstoffzellen-Industrie“.
Das in diesem Jahr auch mit dem Industriepreis der Initiative Mittelstand prämierte Unternehmen hat mit portablen, mit Methanol betriebenen Geräten eigenen Angaben zufolge „als bislang einziger Brennstoffzellenanbieter der Welt Umsätze erzielt“. Seit der Markteinführung vor drei Jahren wurden rund 10000 Stück verkauft. Auch ein Vertrieb für Tankpatronen ist aufgebaut worden.
Diese Brennstoffzellen gehören als Ladegeräte für Batterien bei Reisemobilen schon fast zur Standardausrüstung. Ihre Leistung geht von 10 W aufwärts, ihre Größe von der Seemannskiste bis zum Kofferradio und Milchkarton abwärts.
Brennstoffzellen erreichen noch keine Mikro-Dimensionen
Das ist schon klein, vielleicht „mini“, aber noch nicht, was man üblicherweise unter „mikro“ versteht; trotzdem ist auch diese Dimension wie in allen Brennstoffzellen drin — in den feinen Kanälen, durch die sich die Oberfläche für den Kontakt von Brennstoff und Katalysator vergrößert. Darauf spielt der Begriff „Mikrobrennstoffzelle“ aber nicht an. Er spezifiziert nur die portablen Geräte und wurde im Entwurf zur Norm DIN IEC/TS 62282 als tragbares System mit einer Dauerleistung unter 240 W festgelegt. Deshalb kann auch SFC an einer der Projektgruppen mitwirken, die über die Leitinnovation Mikrobrennstoffzelle Förderung erhalten.
Schon der Aufruf zur Beteiligung hatte auch die Kosten eingegrenzt, die als größtes Hindernis für die Markteinführung gelten. Daraufhin waren 25 Projektskizzen eingegangen, aus denen die Projektträger — unter anderem die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH in Berlin — neun Arbeitsgruppen bildeten.
Insgesamt sind rund 40 Unternehmen und Institute an dem Programm beteiligt, das erstmals den Mikrobrennstoffzellen gewidmet ist. Darunter seien Neulinge und die wichtigsten Akteure auf diesem Gebiet, heißt es.
Unternehmen legen Schwerpunkt auf Methanol-Brennstoffzellen
Sie arbeiten meist mit PEMFC, der bevorzugten Plattform für Mikrobrennstoffzellen, von der eine Methanol- und Wasserstofflinie abzweigt. Insgesamt liege der Schwerpunkt bei Methanol-Zellen, sagt Hahn vom IZM, das einer der Projektgruppen angehört; sehr kleine Systeme seien aber auf Wasserstoffbasis einfacher herzustellen.
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