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Brennstoffzellen

Langsamer Brüter

18.11.2008 | Autor / Redakteur: Helmut Klemm / Udo Schnell

Herstellung von Mikrobrennstoffzellen mit der Folientechnik. Bild: Fraunhofer IZM
Herstellung von Mikrobrennstoffzellen mit der Folientechnik. Bild: Fraunhofer IZM

Während der gesamten Industrialisierung lief die Brennstoffzelle als Option für saubere Energie mit. Mit dieser Aussicht hat sie mehrmals Euphorie entfacht, aber nie richtig gezündet. Besonders gefördert werden nun Mikrobrennstoffzellen.

An 18 Patenten ist Dr. Robert Hahn beteiligt – rund die Hälfte davon seien Schutzrechte bei Mikrobrennstoffzellen, sagt der Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin. Bereits 2005 erhielt er auch den F-Cell-Award, der von der Wirtschaftsförderung Stuttgart vergeben wird – für „anwendungsnahe Entwicklungen“.

Brennstoffzellen kommen nicht voran

Mehr lässt sich bei Brennstoffzellen (englisch „fuel cell“) noch nicht prämieren, worüber sich die Umweltministerin Baden-Württembergs, Tanja Gönner, bei der diesjährigen Vergabe des Preises während des F-Cell-Kongresses Ende September in Stuttgart zu wundern schien. Sie sprach jedenfalls „Defizite“ an: „Es mangelt an Initiativen“, so die Ministerin, „die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung bringen.“

Das Bundesforschungsministerium verwies in seinem Jahresbericht 2007 noch dazu auf eine Schieflage in der Entwicklung. Da gebe es zwar „signifikante Fortschritte“, heißt es, sie wurden „bis auf wenige Ausnahmen jedoch von Forschungseinrichtungen erzielt“ — von Talenten wie Hahn. Auch auf seinem Terrain kennt er aber „noch keine Umsetzung in die Praxis“.

Industrie verwendet Patente der Forscher nicht

Seine Patente wurden wie viele andere nicht von der Industrie abgeholt, und auch die bislang rund 170 eingereichten Projekte für den seit 2001 vergebenen F-Cell-Award haben sich noch nicht am Markt bemerkbar gemacht. An keiner Stelle könne man von einem Durchbruch sprechen, sagt Dr. Martin Pehnt, Projektleiter am Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg.

Auf allen drei Anwendungsfeldern dominiert Pehnt zufolge noch die Forschung: sowohl beim stationären Betrieb — bei Heizanlagen und Kraftwerken — als auch im Bereich der Mobilität — bei Fahrzeugen — oder portablen Geräten — Notebooks, Handys. Überall gebe es Projekte, Demos, Prototypen, Feldversuche und die große Hoffnung, diese Technologie könne „den Weg in ein neues Zeitalter einer umweltfreundlichen und schadstoffarmen Energieversorgung ebnen“, wie die Ministerin in Stuttgart formulierte. Dieser Befund entspricht laut Pehnt etwa dem Stand, den er schon 2002 unter einem starken, aber noch fraglich gemachten Titel beschrieben hat: „Energierevolution Brennstoffzelle?“

Brennstoffzelle beflügelt die Fantasie

Pehnt wollte damals die Fakten eruieren, er fand aber auch jede Menge Fiktionen, die sich an die Brennstoffzelle geheftet hatten: „Sie beflügelt unsere Fantasie.“ Auch 2002 galt es schon als ausgemacht, dass Brennstoffzellen bald viele Millionen Batterien in Laptops, Handys und MP3-Playern ersetzen würden. Sie sollten leichter als Batterien sein und auch längere Betriebszeiten erreichen.

 

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