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Kleinspannungsantriebe Leistungswerte bei Servoreglern hinterfragen

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Bei eingebetteten Servoreglern wird das Angebot immer größer. Dabei gibt es den Trend zur Miniaturisierung und zu immer größerer Performance. Doch nicht immer sind die Angaben der Leistung brauchbar.

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Die Servoregler werden immer kleiner, doch die Leistungswerte sollten genau abgefragt werden.
Die Servoregler werden immer kleiner, doch die Leistungswerte sollten genau abgefragt werden.
(Bild: Synapticon)

Der Markt für Kleinspannungsantriebe wächst, und damit auch das Angebot an sehr kompakten, einbettbaren Servoreglern. Nach Meinung von Nikolai Ensslen, CEO und Co-Gründer von Synapticon, hat die SPS 2019 jedoch auch gezeigt, dass es viele neue Unternehmen gibt und dass die Anbieter entweder auf sehr reduzierte Reglermodule zum Auflöten auf eine Trägerplatin oder aber stromschwächere Modelle im Hutschienen- oder Panelgehäuse setzen. Die gerne genommenen Auflötmodule sind technisch selbstverständlich weniger aufwendig und damit leichter für die Hersteller erreichbar, das gilt auch für die kleinere Stromdichte. Zudem sehen die Regler augenscheinlich kleiner aus.

Oft werden überzogene Leistunsgwerte angegeben

„Den Nutzern wird dabei allerdings meist erst später klar, dass sie sich um viele, teils technisch schwierige Themen selbst kümmern müssen. Steckeranbindung, EMV-Qualifizierung, Schutzschaltungen, thermische Integration und Kapazitäten sind Themen, die diese Reglermodule dem Kunden und einem nachgelagerten Entwicklungsprozess überlassen“, warnt Ensslen. „Dazu kommt, dass sich ein Trend entwickelt hat, völlig überzogene Leistungswerte für diese Regler anzugeben. Da wird gerne Spitzenstrom, Spitzenspannung mit einem Motorenarbeitspunkt von 100 % Drehmoment und Drehzahl multipliziert und damit werden zum Erstaunen der Kunden nahezu magische Leistungswerte erreicht. Dass die Leistung eines zum Beispiel als 5-kW-Regler angepriesenen Produkts in der Praxis eigentlich bei etwa 1,7 kW liegt, zumindest wenn man damit dem Zweck entsprechend Motoren antreibt und nicht etwa Glühbirnen, erschließt sich der Kundschaft dann erst in der Anwendung – und dort auch oft erst auf dem Prüfstand und im EMV-Labor.“ MM

* Weitere Informationen: Synapticon GmbH in 71101 Schönaich

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