Formvorbereitung

Letzter entscheidender Schritt vor der Serienfertigung

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Eine saubere Oberfläche ist unter anderem frei von Staub, Polymer-, Versiegelungs- und Trennmittelrückständen. Die Säuberung sollte mit einem sauberen, fusselfreien Tuch aus reiner Baumwolle erfolgen. Einige Lieferanten empfehlen die Verwendung von Papiertüchern hoher Qualität. Reinigungsmittel für die Kavität sollten nicht mit anderen Formpflegeprodukten vermischt werden. Es empfiehlt sich, alle Pflegeprodukte in versiegelten Behältern bei Raumtemperatur aufzubewahren.

Reinigen, Polieren und Versiegeln sind nicht substituierbar

Der erste Schritt bei der Vorbereitung der Kavität ist das Auftragen einer Politur, die eine gleichmäßige, glatte Oberfläche erzeugen soll. Danach wird die Oberfläche versiegelt (interfacial coating). Die Anzahl der Schutzschichten hängt von der Kavität, den Prozessparametern und dem Trennmittel ab. Sie kann eine bis mehrere Schichten betragen.

Jeder Schicht sollte man dabei genügend Zeit für eine Zwischentrocknung geben. Ziel der Oberflächenversiegelung ist die Kompensierung von Poren, kleinen Rissen und Unebenheiten, um das Trennmittel auf eine geschlossene und glatte Oberfläche auftragen zu können. Wird ein Trennmittel ohne vorangegangene Versiegelung auf die Oberfläche aufgebracht, können Mikrorisse in der Kavität entstehen.

Win Doolittle, Vertriebsleiter bei Specialty Products, Corona (California/USA), dem Hersteller der Produktserie Kantstik, berichtet, dass eine Barrierewirkung für eine gute Oberflächeversiegelung kennzeichnend ist: Sie verhindere, dass Styrol vom herzustellenden Bauteil in die Kavitätsoberfläche migriere, wo es schwer entfernbare Trübungen verursachen könne.

Versiegelung erhöht Standzeit der Form und senkt Trennmittelverbrauch

Außerdem verlängert die Versiegelung die Standzeit der Form und senkt den Trennmittelverbrauch. Eine Substitution der Versiegelung, indem mehr Trennmittel auf die Oberfläche aufgebracht werde, sei nicht möglich, berichtet Zyvax-Vertriebsmanager Heidecker: Zu oft würden Hersteller von FVK-Bauteilen Opfer einer Mehr-ist-besser-Strategie.

Ist die Versiegelung vollständig ausgehärtet, wird das semipermanente Trennmittel ein- oder mehrschichtig aufgebracht. Wie bei der Versiegelung muss beim mehrschichtigen Auftragen jeder Schicht Zeit für eine Zwischentrocknung gegeben werden. Während der Fertigung wird das Trennmittel immer wieder aufgetragen, um die erwünschte Trennwirkung zu erreichen. Nach wie vielen Fertigungszyklen das geschieht, hängt vom Bauteil und den Prozessparametern ab. Viele Kunden würden jedoch leider die Produktleistungsfähigkeit mit der Anzahl der Zyklen bis zur nächsten Erneuerung der Trennmittelschicht verwechseln, stellt Henkel-Manager Nauss fest.

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