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EMO Hannover 2017 Live-Demonstration an 150 Maschinen

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Fanuc zeigt auf der EMO Hannover 2017 unter anderem sein Field System (Fanuc Intelligent Edge Link and Drive System).

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Field ist die IIoT-Plattform von Fanuc, die es erlaubt, auch Third-Party-Produkte einzubinden.
Field ist die IIoT-Plattform von Fanuc, die es erlaubt, auch Third-Party-Produkte einzubinden.
(Bild: Fanuc)

Mit Field präsentiert Fanuc Technologien des Industrial Internet of Things (IIoT) und der Industrie 4.0 für das gesamte Spektrum der Fertigungsautomation und des Fanuc-Produktspektrums.

Offenes System

Das Field System ist für alle am Produktionsprozess beteiligten Maschinen offen, daher lassen sich Third-Party-Produkte einfach anschließen. Fanuc selbst nutzt für eigene Produkte auch proprietäre Schnittstellen, wird aber über OPC-Server ebenfalls fremde Steuerungen, Roboter oder Sensorik unterstützen. Die Leistungsfähigkeit des Field-Netzwerkes wird durch den Verbund von rund 150 Maschinen, deren jeweils aktuelle Daten auf einem zentralen Monitor präsentiert werden, live auf der EMO demonstriert.

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Eine große Rolle spielt bei Field in allen Bereichen Artificial Intelligence. Dies ist eine konkrete Umsetzung, welche ebenfalls demonstriert wird. Die „Surface Flaw Inspection by Machine Learning“ ist ein Konzept bei dem ein CR-7iA-Roboter einer Kamera das Werkstück in verschiedensten Orientierungen präsentiert, davon Bilder gemacht und dann verarbeitet werden und basierend darauf Entscheidungen getroffen werden. Die Operation Management Software „MT-Linki“ kommt in Werkzeugmaschinen mit Fanuc-CNC-Steuerungen zum Einsatz.

Kenndaten überwachen

Mit der Field Technologie erfasst und überwacht „MT-Linki“ Kenndaten der Werkzeugmaschine, überwacht und analysiert deren „Lebensfunktionen“, erkennt frühzeitig Produktions- und Maschinenprobleme, um rechtzeitig präventive Wartungsmaßnahmen durchzuführen.

In Fanuc-Robotern kommt weltweit schon heute die Field Technologie mit „Zero Down Time“ zum Einsatz: Mit „ZDT“ stellt Fanuc seinen Kunden ein Tool zur Verfügung, das es ihnen ermöglicht, ihre Produktion mit Fanuc-Robotern abzudecken.

Der Fokus für Fanuc liegt im Bereich CNC auf eine einfache Bedienung und leistungsstarke Technologieunterstützung. Die mit Touch-Funktionalität ausgestattete Bedienoberfläche mache Bedienvorgänge einfacher, die Oberfläche anschaulicher und Hinweise besser erkennbar. Unterstützende Funktionen sind plausibel hinterlegt und gut zugänglich, einschließlich des per Help-Taste direkt verfügbaren Bedienhandbuches. Mithilfe der „Fine Surface Technology“, einer Gruppe von Funktionen, sollen sich die Oberflächenqualität bei der Fräsbearbeitung verbessern lassen. Zudem führe die neue Funktion “Smooth Tolerance Control +” zu einer Verbesserung der Glättung der Werkzeugbahnen und damit zu noch besseren Oberflächen.

Integrierte Laserfunktionen

Neu ist auch die Integration von Laserfunktionen in die Standard CNC Serie 30i/31iB als Option. Für diese Funktionen war bislang eine dezidierte Lasersteuerung von Fanuc erforderlich. Mit der Integration dieser Funktionen ist nun mit den Fanuc CNC auch eine hochgenau synchronisierte Kombination von Laserbearbeitung mit konventionellen Techniken wie Drehen oder Fräsen auf einer Maschine einfach zu realisieren.

Zum ersten Mal auf der EMO ist die neue Robocut α-C800iB, eine Drahterodiermaschine mit 1250 mm (X) × 975 mm (Y) × 500 mm (Z) für Werkstücke bis 3000 kg geeignet. Die Fanuc Robocut-α-CiB-Maschinen arbeiten mit der CNC-Serie 31i-WB mit Touch Screen und dem neuen Interface iHMI. Das „W“ in der Steuerungsbezeichnung weist auf die speziell für Drahterodiermaschinen (wire EDM machine) ausgelegte Steuerungsversion hin. Auch die ROBOCUT-Linki Software kommt mit einer komplett neuen, bedienerfreundlichen Oberfläche. Mit dieser Software kann der Bediener den Status der Maschine in Echtzeit abrufen. Zur einfachen Integration eines Roboters zum Be- und Entladen dient ein sog. „Quick Start-Up Package“, kurz QSP.

Mit über 200.000 Einheiten ist die Robodrill eine der Erfolgsgeschichten von Fanuc. Gezeigt werden in Hannover unterschiedliche Ausführungen der neuen Baureihe α-DiB. Die in vielen Punkten optimierte Robodrill bietet in erster Linie einen größeren Arbeitsraum, CNC- und Servotechnik auf dem neuesten Stand und die gewohnte Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Sämtliche Ausführungen haben ein Bedienpanel mit iHMI. Die Bediensoftware „Robodrill-Linki“ überwacht die Maschine permanent, und zeichnet Arbeitsdaten auf. Die automatische Maschinenüberwachung soll unvorhergesehene Stillstandzeiten auf ein Minimum reduzieren. Die Fanuc Robonano α-NMiA definiert die Grenzen bisher gekannter Präzision neu. Zur Veranschaulichung: Ein Nanometer ist ein 1-millionstel Millimeter. Fanuc Robonano fräst und dreht mit Präzision von 200nm und besser also auf den 0.2 Tausendstel eines Millimeter genau. Seine Antriebe können sogar auf 0.1 nm genau positionieren. Das sichtbare Licht hat eine Wellenlänge von 380nm (violett) bis 780 nm (rot). Daher kann die Fanuc Robonano für die Herstellung innovativer optischer Bauteile genutzt werden, beispielsweise einer optischen Linse mit 3mm Durchmesser und einer Formgenauigkeit von PV 52nm (0.052µm=0.000052mm) sowie 1.3nm Oberflächenrauheit. Fanuc Robonano α-NMiA eignet sich über dies zum Fräsen, Drehen, Markieren von Werkstücken bis zu 280mm Länge und wird bereits heute in der Informationstechnik, Medizintechnik und der Produktion von Linsen für Smartphone-Kameras eingesetzt.

Roboter – und es sind nicht wenige auf dem Stand von Fanuc – werden auch auf der EMO optische Anziehungspunkte sein, allen voran die Familie der kollaborativen Roboter. Inzwischen umfasst die Baureihe Modelle ab 4 kg Traglast bis zum stärksten industriefähigen kollaborativen Roboter, dem CR-35iA mit bisher unerreichten 35 kg Traglast. Auf der EMO werden zahlreiche, praxisnahe Applikationen gezeigt, darunter der CR-7iA/L, der eine Robodrill be- und entlädt. Montiert auf einem fahrerlosen Transportsystem (FTS) stellt der Roboter mit der 7kg Tragkraft eine mobile, kollaborative Beladeeinheit dar. Außerdem wird die „Hand Guidance Function“ gezeigt, ein System zur Bewegung und Programmierung eines kollaborativen Roboters. Diese Methode des Anlernens von Robotern ermöglicht es, den Roboter einfach per Hand durch Bewegungsbahnen zu führen. Sie bietet außerdem die Flexibilität, manuell in Roboterprogramme einzugreifen.

Der auf der EMO präsentierte M-2000iA/1700L unterstreicht Fanucs Ruf als Technologieführer. Er zählt zu den stärksten Knickarmrobotern überhaupt und erledigt Handlingaufgaben mit einer für Schwerlastroboter erstaunlich hohen Präzision, so der Hersteller.

Fanuc auf der EMO Hannover 2017: Halle 25, Stand B60

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