Dünnschicht-Solarzellen Manz will CIGS-Linie von Würth Solar übernehmen

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Manz AG, Anbieter von Produktionssystemen für die Photovoltaik- und Flat Panel Display (FPD)-Industrie in Reutlingen, hat eine Absichtserklärung zur Übernahme der Linie für CIGS-Solarmodule von Würth Solar in Schwäbisch Hall unterzeichnet. Im Zuge dessen plant Manz laut eigener Mitteilung vom Dienstag, die bisherige Produktionsstätte und insgesamt 116 Würth Solar-Mitarbeiter in den eigenen Konzern zu integrieren.

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Mit der Übernahme der CIGS-Linie von Würth Solar geht die Manz AG neue Wege. (Bild: Manz)
Mit der Übernahme der CIGS-Linie von Würth Solar geht die Manz AG neue Wege. (Bild: Manz)

Ziel sei es, eine Innovationsfabrik zu etablieren, deren Schwerpunkt auf der schnellen Weiterentwicklung der CIGS-Technik liegt. Diese habe das Potenzial, die geringsten Kosten pro Watt im Vergleich zu allen anderen Photovoltaiktechniken aufzuweisen Die F&E-Aktivitäten sollen auch zukünftig vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) begleitet werden. Der Abschluss der Übernahme soll voraussichtlich Anfang 2012 erfolgen.

CIGS-Linie künftig ausschließlich für Forschung und Entwicklung

Der Schritt stellt laut Manz die Weiterentwicklung der langjährigen Zusammenarbeit dar. Bislang wurde die Linie sowohl von Würth Solar für die Produktion von CIGS-Modulen als auch von Manz im Rahmen eines Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag für die Weiterentwicklung der CIGS-Systemen genutzt.

Mit der neuen Vereinbarung soll die Linie zukünftig ausschließlich Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten dienen. Dadurch könne die Weiterentwicklung der Technik mit höherer Geschwindigkeit vorangetrieben und das Potenzial der CIGS-Technik zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung ausgeschöpft werden.

Manz will CIGS-Technik schneller vorantreiben

Manz leiste somit einen Beitrag, die Kosten pro Watt schnell zu reduzieren – eines der zentralen Themen in der Photovoltaik-Industrie. Auch könnten die bislang geplanten Meilensteine früher als geplant erreicht werden. Dazu würden die Optimierung der Herstellungsprozesse, die Erhöhung des Wirkungsgrads, die Einsparung von Material und damit die Reduktion der Produktionskosten zählen.

Dieter Manz, Vorstandsvorsitzender der Manz AG, erläutert die Bedeutung der Übernahme für das Unternehmen: „Mit dem Betrieb einer eigenen Forschungslinie sind wir in der Lage, unsere Innovationen direkt im laufenden Produktionsbetrieb zu qualifizieren. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Pilotlinie wird unsere Innovationslinie mit einer Kapazität von bis zu 6 MWp deutlich mehr Solarmodule herstellen, die auch in Zukunft durch Würth Solar vertrieben werden.“

Manz sieht hohes Kostensenkungspotenzial bei CIGS-Technik

Laut Manz ist die nun getroffene Vereinbarung die richtige Antwort auf die Anforderungen des Solarmarktes. Das Unternehmen sei davon überzeugt, dass sich die CIGS-Technik auf Grund ihres hohen Kostensenkungspotenzials mittelfristig am Markt durchsetzen werde. „Innerhalb von kurzer Zeit haben wir gemeinsam mit Würth und dem ZSW ein Weltrekordmodul mit einem Apertur-Wirkungsgrad von 15,1% im Produktionsformat entwickelt. Mit der nun entstehenden CIGS-Innovationslinie können wir die Entwicklungsgeschwindigkeit weiter beschleunigen und somit unseren Technologievorsprung weiter ausbauen“, kündigt Dieter Manz laut Mitteilung an.

Die Übernahme der Produktionsstätte soll für die Manz AG ohne weitere Einmalkosten erfolgen. Gleichzeitig gehen auch die Lizenzen für die CIGS-Technik uneingeschränkt an die Gesellschaft über. Der im Jahr 2010 geschlossene Know-how Lizenzierungs- und Kooperationsvertrags werde mit Abschluss der neuen Vereinbarung abgelöst.

Im Gegenzug übernimmt Manz laut Mitteilung den überwiegenden Teil der laufenden Kosten für den Betrieb der Linie. Würth Solar fokussiere sich mit diesem Schritt vollständig auf den Vertrieb von Photovoltaik-Systemen und -Komponenten sowie kompletter Photovoltaikanlagen und schlüsselfertiger Solarkraftwerke.

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