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Maschinenbau-Aufträge brechen zweistellig ein

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Talfahrt bei den Bestellungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau hält an. Im ersten Quartal 2019 wurde in den Auftragsbüchern ein Minus von real 10 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres verbucht, wie der VDMA am Montag in Frankfurt am Main mitteilt..

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Weniger gefragt als im Vorjaht sind Maschinen „Made in Germany“.
Weniger gefragt als im Vorjaht sind Maschinen „Made in Germany“.
(Bild: Index-Werke )

Auch der März brachte einen Orderrückgang von 10 %. „Der Auftragseingang im Maschinenbau bleibt unter Druck, die Branche verzeichnete im März bereits das vierte Minus in Folge“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Die Auslandsbestellungen verfehlten ihr Vorjahresniveau um 8 %. Während die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern (– 3 %) im März noch glimpflich davonkamen, sanken die Orders aus den Nicht-Euro-Ländern trotz Großanlagengeschäft deutlich um 9 %. „Besonders stark waren jedoch die Einbußen im Berichtsmonat mit 15 % im Inland. Die exportgetriebene deutsche Industrie kann sich nicht abkoppeln von der globalen Verunsicherung”, sagte Wiechers. Zu den globalen Belastungen seien zudem noch Belastungen aus der Automobilindustrie hinzugekommen.

Das zehnprozentige Auftragsminus im Drei-Monats-Zeitraum Januar bis März spiegelt die derzeitige Zurückhaltung vieler Kunden im Maschinenbau ebenfalls wider. Die Inlandsbestellungen gingen um 7 % zurück, die Auslandsorders sanken um 11 %. Die Orders aus den Euro-Ländern schrumpften um 14 %, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 10 % weniger Aufträge.

Trotz der negativen Gesamttendenz konnten vier Fachzweige ihren Auftragseingang im ersten Quartal 2019 um mehr als 10 % steigern, wie der VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann im Gespräch mit MM Maschinenmarkt erläuterte: Aufzüge und Fahrtreppen, Kompressoren, Druckluft und Vakuumtechnik, Bergbaumaschinen und Power Systems. Auf der anderen Seite büßten die Gießereimaschinen, die Textilmaschinen und die Thermoprozesstechnik mehr als 30 % der Bestellungen ein.

Nicht festlegen wollte sich der VDMA-Chefvolkswirt, ob die Entwicklung nur eine temporäre Delle sei oder sich eine größere Krise anbahne: „Für beides gibt es sicher gute Argumente. Für eine temporäre Delle spricht, dass wir einige Sondereffekte haben, wie die Schwäche der Auto- oder Chemieindustrie im Inland oder die Handelskonflikte im Ausland. Beides kann sich auflösen“, sagte Wiechers.

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