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VDMA Maschinenbau leidet unter drastischem Einbruch im Inland

| Redakteur: Stéphane Itasse

Für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer brachte der Mai düstere Vorzeichen mit sich: Der Auftragseingang lag um real 5 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der VDMA am Freitag in Frankfurt am Main mitteilt. Vor allem auf dem Heimatmarkt lief es schlecht.

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Der deutsche Maschinenbau kam im Mai dank der Auslandsbestellungen noch glimpflich davon.
Der deutsche Maschinenbau kam im Mai dank der Auslandsbestellungen noch glimpflich davon.
(Bild: HHLA)

Das Inlandsgeschäft sank um 14 %, das Auslandsgeschäft stagnierte, wie der Verband weiter berichtet. Im Dreimonatsvergleich März bis Mai 2013 stagnierte der Bestelleingang im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen bei minus 8 %, die Auslandsaufträge bei plus 3 %.

Deutscher Maschinenbau erleidet Rückschlag nach Lichtblick im April

„Im Mai verfehlte der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sein Vorjahresergebnis preisbereinigt um 5 %. Damit landete er nach einem ersten Plus für das Jahr 2013 von 8 % im April wieder im Minus. Während die Nachfrage aus dem Ausland ihr Vorjahresniveau immerhin halten konnte, enttäuschten die Inlandsbestellungen mit minus 14 % auf der ganzen Linie", kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

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„Die Schwäche in Europa strahlt jetzt auch auf die deutsche Wirtschaft aus“, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann im Gespräch mit MM MaschinenMarkt zur Entwicklung im Inland. „Einige unserer Kunden sind doch stärker von Europa abhängig, als wie es im Maschinenbau sind“, erläuterte er weiter. Zudem gingen, betrachte man die Zahlen der ersten fünf Monate 2013, die Entwicklung im Inland mit minus 6 % und im Ausland mit plus 2 % nicht so weit auseinander. Schließlich sei zu beachten, dass der Maschinenbau seine Impulse in erster Linie aus dem Ausland bekomme und der Inlandsmarkt mit zeitlicher Verzögerung auf die Schwäche im Ausland reagiere.

Wachstumslokomotive China fährt langsamer

„Insgesamt kann man sagen, dass bei den Investoren weltweit noch keine rechte Aufbruchstimmung angekommen ist“, sagte Wiechers. Die Stimmungsindikatoren in der Wirtschaft würden ein sehr uneinheitliches Bild vermitteln. „Positive Signale, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau, sehen wir in Europa. Wir sehen hier und da auch eine anziehende Nachfrage, wenn auch nicht besonders stark ausgeprägt“, erläuterte der VDMA-Chefvolkswirt.

Etwas anders sehe es in China aus. Die Volksrepublik teste offenbar ein neues Wirtschaftsmodell und sei nicht mehr so stark wachstumszentriert. „Die neue Regierung will kein Wachstum um jeden Preis, und wir hatten in jüngster Zeit einige Turbulenzen an den Finanzmärkten. Wir müssen also mit niedrigeren Wachstumsraten generell in China rechnen und auch nicht gleich mit Konteraktionen der Regierung bei jedem schwächeln der dortigen Konjunktur“, sagte Wiechers. „Das merken wir natürlich auch im Maschinenbau. Wir spüren schon eine leicht anziehende Nachfrage, aber die Wachstumsraten der letzten Jahre werde wir in diesem Jahr und wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren nicht sehen.“

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